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Duisburg
Tanzprojekt vereint ganz unterschiedliche Menschen

Duisburg. Der Choreograph Royston Maldoom leitete von 1990 bis 1997 das Europäische Jugendtanzfestival im Rahmen der Duisburger Akzente. Weltberühmt wurde er 2004 mit seinem Tanzprojekt auf "Le sacre du printemps" von Igor Strawinsky für Sir Simon Rattle und die Berliner Philharmoniker mit Jugendlichen aus Berliner Problemvierteln, vor allem durch den darüber entstandenen Dokumentarfilm "Rhythm is it!" Von Ingo Hoddick

Am 23. und 24. September, jeweils um 19.30 Uhr, steigt nun im Großen Saal im Theater Duisburg das Community-Tanzprojekt "EXILE - Tanzen für ein besseres Leben". Zur Zeit arbeiten daran über 150 Menschen aus ganz verschiedenen Ländern, sozialen Schichten und Altersstufen. Sie kommen zu einem Drittel vom Max-Planck-Gymnasium, außerdem aus einer Internationalen Vorbereitungsklasse am Sophie-Scholl-Berufskolleg, aus den Übergangswohnheimen an der Memelstraße und in Rheinhausen, von der Sprachschule "Kommunikation Acoun und Scholten" aus Wanheimerort sowie vom Jugendtanztheater und dem Duisburger Tanztheater Ulla Weltike. Verantwortung, Respekt und Toleranz entstehen dabei ganz zwanglos - insbesondere zwischen Beheimateten und Heimatsuchenden. Oder wie es Royston Maldoom selbst ausdrückt: "Wenn man zusammen getanzt hat, kann man auch miteinander leben!"

Das Programm wird eröffnet durch drei kurze Choreographien, deren Urheber schon 1990 bei Maldoom getanzt haben. Den Anfang macht ein internationales Ensemble mit "deFence" von Ulla Weltikes Sohn Max Bilitza auf "Marimba Spiritual" von Minoru Miki. "Migrationbirds" heißt ein Stück, das Tamara McLorg mit Tänzerinnen des Duisburger Tanztheaters Ulla Weltike auf "Giulia, giorni dispari" von Ludovico Einaudi erarbeitet hat. Und die Essener "Tanzmoto Dance Company" bringt die Deutsche Erstaufführung von Maldooms "Hook" auf die gleichnamige Schlagzeug-Komposition von Graham Fitkin. Es spielen jeweils Mitglieder der Duisburger Philharmoniker.

Das ganze große Orchester unter der Leitung von Ville Matvejeff füllt dann nach der Pause den hinteren Teil der Bühne in Maldooms Klassiker "EXILE" (2007) über das 40-minütige, mitreißende und farbenreiche Orchesterwerk "Harmonielehre" von John Adams. In dieser Choreographie geht es um junge Menschen, die ihre Heimat verlassen und sich in einer fremden Welt neu orientieren müssen. Ihre Hoffnungen, Ängste, Träume und Erinnerungen werden konfrontiert mit den Gefühlen der Menschen, auf die sie in ihrem neuen Umfeld treffen. Passend also zur heutigen Zeit, in der eine neue Gesellschaft entsteht.

Karten zu 15 Euro, ermäßigt acht Euro, gibt es am einfachsten im Stadttheater, Telefon 0203 283 62 100.

Quelle: RP
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