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Duisburg
"Tap Dogs" begeistern das Publikum

Duisburg: "Tap Dogs" begeistern das Publikum
Elan und Schwung auf dem Parkett FOTO: Jens Hauer
Duisburg. Im Theater am Marientor gibt die Tanzgruppe heute ihren letzten Auftritt in Duisburg. Sie präsentieren eine ganz neue Form des Stepptanzes. Von V0n Julia Zuev

Mit viel Witz, akrobatischen Einlagen und teils ganz simplen Mitteln begeisterten die "Tap Dogs" das Publikum im Theater am Marientor. Die Grenze zwischen Tanz und Musik scheint verwischt - wo die Beats der Drums aufhören, machen die steppenden Füße mit dem Rhythmus weiter. Die Bühnen-Optik ist schlicht, ein Baugerüst, viel Metall und stimmungsvolle Beleuchtung bringen einen industriellen Charme auf die Bühne.

Christopher Erk von den "Tap Dogs" begrüßt die Zuschauer mit einer Solo-Nummer. Unter Beifall geht das Licht kurz aus, ein schriller Pfiff - als die Scheinwerfer wieder leuchten, sind erst nur die Stiefel der Truppe zu sehen. Die Stepp-Schuhe legen einen eigenen, kleinen Comedy-Sketch auf die Tanzfläche und sorgen für lautes Lachen und Applaus. Danach treten die Tänzer gegeneinander an. Jeder sorgt für sein eigenes Highlight auf dem Parkett, jeder der Jungs zeigt den eigenen Stil und nutzt den Moment für einen Gag mit dem Publikum.

Fast schon artistisch sind die Tanzeinlagen der "Tap Dogs". FOTO: christoph reichwein

Die Tanznummern gehen fließend ineinander über. Kaum hat der letzte Abschnitt den Höhepunkt erreicht, schieben die Tänzer in Sekundenschnelle die Bühnenteile auseinander, die Lampen ändern die Farbe, und eine neue Nummer beginnt. Die Tänzer tragen keine eleganten Showkostüme - karierte Hemden und Lederstiefel anstelle von Sakko und Lackschuhen sind angesagt. Hin und wieder nehmen die Künstler einander aufs Korn und spielen Streiche: Bei den Tänzen ist eine gute Portion Comedy und Theater untergemischt.

Die Requisiten der Tänzer sind ein Basketball, eine Sprühdose oder eine Taschenlampe. Keine bunte, pompöse Bühnentechnik. Auch das Publikum wird zum Bestandteil der Show - als schnipsendes Orchester begleiten die Zuschauer die steppenden Stiefel. Die Scheinwerfer sind dann plötzlich auf Tänzer Anthony Russo gerichtet, der unbemerkt hinter der Bühne verschwunden war und jetzt kopfüber am Baugerüst hängt, mit Tanzparkett unter den Füßen an der Decke. Mit Erk liefert er sich ein Tanz-Duell, das den Atem verschlägt - ein verblüfftes Flüstern rauscht durch den Saal.

Die "Tap Dogs" scheinen auf Anhieb mitzureißen, im Raum liegt immer wieder Spannung in der Luft, die sich dann im Lachen und Beifall der Zuschauer entlädt. Eine Show, die erfrischend weit entfernt ist vom traditionellen, alten Bild des Stepptanzes.

Bei dem Gag, bei dem allerdings buchstäblich die Funken sprühen und vielleicht überspringen könnten, scheint dies auszubleiben. Ausgerechnet diese Choreographie erscheint im Vergleich zum restlichen Programm sogar recht blass. Vielleicht auch dramaturgische Absicht, denn recht zügig wird daraufhin der Ausnahmezustand eingeläutet, mit roten Warnlichtern und Sirenen. Die Nebelmaschine springt an, und wieder ist die Bühne binnen Sekunden umgebaut.

Die Stufen auf dem neuen Gerüst sind mit Wasser gefüllt, unter den Füßen der Tänzer spritzt es bis in die Zuschauerreihen: Die Streiche, das Theater und die lautstarken Stepptänze gehen in die letzte Runde. In kurzen Einzel-Choreographien verabschieden die Künstler sich nach dem nassen Finale - unter anschließendem stehendem Applaus.

Mehrfach ist das Publikum im TaM auf den Beinen und jubelt den Tänzern zu.

Quelle: RP
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