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Duisburg
Tausende Besucher im Zug der Erinnerung

Duisburg. Die Organisatoren des „Zugs der Erinnerung“ und ihre Duisburger Helfer fanden unabhängig voneinander ein Wort, mit dem sie ihren Eindruck der Fahr-Ausstellung im Hauptbahnhof auf Gleis 2 beschrieben: „Überwältigend!“ Cigdem Gülen, Sprecherin des DGB Region Niederrhein, ein Mitorganisator der Duisburger Station, sagte gestern im Pressegespräch, dass rund 150 Schulklassen die Ausstellung über die Deportation von jüdischen Kindern und Jugendlichen in der Nazizeit besichtigt haben. Hinzu kamen zahlreiche erwachsene Einzelbesucher. Besonders beeindruckend fand Frau Gülen die vielen Seniorengruppen, die die Dokumentationsschau besichtigten. Einige suchten und fanden das Gespräch mit Jugendlichen, die den „Unterrichtsstoff Nazizeit“ jetzt ganz anders als sonst begreifen konnten. Das lassen auch viele Eintragungen ins Ausstellungsbuch erkennen. Von Peter Klucken

Insgesamt wurde der Zug der Erinnerung in Duisburg von schätzungsweise 7000 Menschen besichtigt. Die Öffnungszeiten des Zugs wurden verlängert, weil sich noch kurz vor der geplanten Schließung eine lange Menschenschlange vor dem Zug befand. Heute fährt der Zug weiter zum Essener Hauptbahnhof, wo er zwei Tage bleibt. Dann folgen Stationen in Hagen und Wuppertal.

Oberbürgermeister Adolf Sauerland, Schirmherr der Duisburger Station, besichtigte gestern mit Schülern den Ausstellungszug. Er teilte das Gefühl vieler jugendlicher Besucher, die sich angesichts der Fotografien und der auf Schrifttafeln skizzierten Lebensskizzen vorstellten, wie es wohl gewesen wäre, wenn sie damals in einem solchen Waggon eingepfercht gewesen wären... Sauerland regt an, die positiven Erfahrungen der Zugausstellung auch für das geplante NS-Dokumentationszentrum zu nutzen. Eine berührende Begebenheiten schilderten gestern die Organisatoren: Eine ältere Dame besichtigte den Zug und erkundigte sich anschließend bei Rita Vogedes vom Duisburger Stadtarchiv nach dem Schicksal einer jüdischen Kinderfreundin. Und Rita Vogedes fand heraus, dass diese den Nazis entkommen konnte und noch lebt!

Quelle: RP
 
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