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Duisburg
Technologiecampus für Wedau-Nord

Duisburg: Technologiecampus für Wedau-Nord
Auf dem nördlichen Teil des alten Bahngeländes in Wedau soll ein neuer Technologiecampus entstehen. Am Masurensee (oben rechts) ist der Bau eines modernen Wohnquartiers geplant. FOTO: Reichwein
Duisburg. Das Duisburger Immobilienunternehmen Gebag will die Gebäude des alten Ausbesserungswerks in Wedau kaufen, sanieren und an die Universität vermieten. Gestern wurde die Absichtserklärung unterzeichnet. Von Peter Klucken

Eines der größten Wohnbauflächen-Projekte des Landes soll, wie berichtet, in diesen Jahren in Wedau entwickelt werden. Dort treibt die Deutsche Bahn gemeinsam mit der Duisburger Baugesellschaft Gebag die Flächenentwicklung eines insgesamt 90 Hektar großen Grundstücks voran. Im neuen "Wedau-Süd" soll auf 60 Hektar ein attraktives Wohnquartier entstehen. Für das 30 Hektar große Teilstück "Wedau-Nord" gab es bislang noch keine festen Pläne, obwohl schon seit einiger Zeit darüber spekuliert wurde, hier zukunftsorientierte Unternehmen anzusiedeln, die den Kontakt zur Universität Duisburg-Essen zu schätzen wissen. Seit gestern Nachmittag sind die Aussichten, was mit Wedau-Nord geschehen soll, konkreter: Die Universität Duisburg Essen, die Stadt Duisburg und die Gebag, vertreten durch Uni-Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke, Oberbürgermeister Sören Link und Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer, unterzeichneten eine Absichtserklärung, wonach die Universität einen festen Standort in Wedau-Nord bekommen soll.

Die Universität Duisburg plant, eine insgesamt 20.000 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Ausbesserungswerks der Deutschen Bahn an der Werkstättenstraße als Erweiterung ihres Universitätsstandorts zu nutzen. Die Duisburger Gebag wird die Universität in ihrem Vorhaben unterstützen. Dafür plant die städtische Tochtergesellschaft, die entsprechenden Grundstücke und Gebäude von der jetzigen Eigentümerin, der DB AG Immobilien, zu kaufen und an die Universität zu vermieten.

Die Gebag wird die notwendigen Baumaßnahmen durchführen. Dazu gehören vor allem die Erschließung, die Sanierung und der Umbau der fünf denkmalgeschützten Gebäude auf dem Gelände. Die Gebäude neben diesem geschützten Ensemble, die nicht unter Denkmalschutz stehen, werden abgebrochen. Das dann unbebaute Gelände wird, so die Absichtserklärung, gepflegt und gegen Entgelt als freie Fläche vorgehalten, falls die Universität hier noch Bedarf an weiteren Erweiterungsflächen haben sollte.

Bei der Vertragsunterzeichnung (von links): Gebag-Chef Bernd Wortmeyer, OB Sören Link und Uni-Rektor Prof. Ulrich Radtke. FOTO: Köppen/Stadt DuisBURG

Auf diesen Punkt wies Uni-Rektor Prof. Radtke gestern beim anschließenden Pressegespräch besonders hin: Bei der Uni müsse man strategisch in Zeiträumen von 15 bis 20 Jahren rechnen. Mittel- oder langfristig sei es deshalb wünschenswert, dass die Ingenieurwissenschaften, die jetzt schwerpunktmä ig in Gebäuden an der Bismarckstraße in Neudorf untergebracht sind, irgendwann in Wedau einen neuen attraktiven Standort bekommen. Die umgebauten denkmalgeschützten Gebäude stellt sich Radtke attraktiv vor; sie sollen für ausgewählte Forschungsprojekte genutzt werden. Hier habe die Uni einen großen Bedarf.

Oberbürgermeister Link sagte, dass die geplante Hochschul-Niederlassung in Wedau-Nord eine wegweisende Bedeutung habe. Die Uni könne als Ankermieter dazu beitragen, dass sich hier universitätsnahe Unternehmen ansiedeln wollen. "Wedau-Nord soll ein attraktiver Technologiecampus werden", so Link. Gebag-Chef Wortmeyer geht davon aus, dass die Bauarbeiten für Wedau-Nord noch vor den Erschließungsarbeiten von Wedau-Süd beginnen werden. Der Grund für den Zeitvorsprung: Für bestehende Gebäude, die "nur" umgebaut werden, muss kein eigener Bebauungsplan erstellt werden. Gebag-Chef Wortmeyer glaubt, dass Ende 2020 der Uni-Betrieb in Wedau-Nord aufgenommen wird. Wedau-Süd werde vermutlich ein Jahr später zur Baustelle. 2025 werde, so die Prognose, sowohl in Wedau-Nord als auch in Wedau-Süd "das Leben pulsieren".

Am Ende des Pressegesprächs berichtete Wortmeyer von einem Besuch von 60 Investoren, die vor wenigen Tagen im Beisein von OB Link eine Besichtigungstour durch ganz Duisburg unternahmen. Nach dem Mittagessen, bei dem Currywurst serviert wurde, habe man diesen finanzstarken Leuten auch das Areal in Wedau gezeigt. Die Reaktionen seien meist vielversprechend gewesen...

Quelle: RP
 
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