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Duisburg
Teure Rohstoffe: Arbeitsplätze in Gefahr

Duisburg. Der Betriebsrat von ThyssenKrupp Steel in Hamborn und Beeckerwerth schlägt Alarm: Explodierende Rohstoffpreise, vor allem für Eisenerz, Kokskohle und Nickel, könnten nach Auffassung von Betriebsratschef Willi Segerath Tausende von Arbeitsplätze kosten, vor allem in der Stahl- und in der Automobilindustrie. Mit einem "Duisburger Appell", getragen von einem breiten Bündnis aus Betriebsrat, Sozialverbänden, Wirtschaft und Politik, soll Druck auf Düsseldorf, Berlin und Brüssel ausgeübt werden.

"Ich wünsche mir außerdem eine europäische Arbeitnehmerkonferenz hier in Duisburg", erklärte Segerath gestern. Die Rohstoffpreise seien in den vergangenen sieben Jahren um rund 450 Prozent gestiegen. "Jetzt laufen wieder die Lieferverträge mit den Minenbesitzern in Brasilien und Australien aus. Die drei Hauptlieferanten haben einen Anteil von rund 70 Prozent an der Produktion. Nun wollen sie höchstens noch Dreimonatsverträge abschließen und drohen zudem mit einer weiteren Preissteigerung für Erz von 80 Prozent", sagte der Betriebsratschef. Spekulationen mit Derivaten, Leergeschäfte, Wetten auf Börsengewinne oder Staatspleiten trieben die Preise beinahe täglich in die Höhe. "Anscheinend haben wir nichts aus der Krise gelernt. Wenn diesen "kriminellen Akten" nicht ein Riegel vorgeschoben werde, sei nicht nur das Ergebnis des gesamten ThyssenKrupp-Konzerns gefährdet, sondern die gesamte europäische Stahl- und Automobilindustrie.

Selbst der weltweit größte Stahlkonzern Arcelor sehe die Entwicklung mit Sorge, obwohl er im Gegensatz zu Thyssen selbst noch Eisenerzvorkommen besitze, so Segerath. "Ich fordere Berlin und Brüssel auf, schnell zu handeln. Wir brauchen einen fairen Handel, einen fairen Wettbewerb und klare Regeln." Die Zeit reiche nicht mehr, um auf eine globale Regelung zu hoffen. "Auch die Landesregierung kann nicht einfach zusehen, wenn Tausende von Arbeitsplätzen auf dem Spiel stehen." Zuletzt sei die Auslastung nach der Krise bei ThyssenKrupp wieder besser gewesen. Die Kurzarbeit konnte fast auf Null heruntergefahren werden.

Quelle: RP
 
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