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Duisburg
THW übt Hochwasser-Ernstfall am Deich

Duisburg: THW übt Hochwasser-Ernstfall am Deich
Viel zu tun: 10.000 Sandsäcke sind nötig, um einen 200 Meter langen Deichabschnitt um einen halben Meter zu erhöhen. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Eine Großübung des Technischen Hilfswerks am Samstag diente dazu, im Ernstfall eine Gefährdung durch Hochwasser abzuwehren. Knapp 300 Helfer waren an zwei Orten bei ziemlich ungemütlichen Wetterbedingungen im Einsatz. Von Volker Poley

Blaulicht und jede Menge Einsatzfahrzeuge des THW und der Feuerwehr ließen im Raum Mündelheim am Samstag Schlimmes befürchten. Die Aktivitäten und die zahlreichen Fahrzeugbewegungen stellten aber keinen Grund zur Sorge dar. Im Gegenteil, handelte es sich doch um eine wichtige Übung.

Übungsleiter Sven Wagner erläuterte die vorgegebene Lage: "Heftige Niederschläge haben zu einem starken Anstieg des Rheinpegels geführt, der befürchten lässt, dass der Deich bei Rheinheim dem Druck nicht standhält." Allein aus diesem Grund hätten die Helfer genug zu tun, aber die Verantwortlichen hatten sich im Zusammenhang mit der angenommenen Hochwassergefährdung noch ein weiteres Szenario ausgedacht. Es wurde davon ausgegangen, dass ein Klärwerk durch einen über seine Ufer tretenden, abgetrennten Nebenarm des Rheins überflutet zu werden drohte. Hier sollte durch Abpumpen dieses Sees das fiktive Klärwerk vor der drohenden Überschwemmung geschützt werden.

Der parallel laufende zweite Teil der Übung fand in der Friemersheimer Rheinaue statt. Die Rolle des überzulaufen drohenden Gewässers fiel dabei der "Roos", einem alten Rheinarm, zu.

Aber nicht nur das THW war mit seinen ehrenamtlichen Helfern aus acht Ortsverbänden vor Ort, unterstützt wurde die Übung auch von der Freiwilligen Feuerwehr Duisburg und der Johanniter Unfallhilfe. Interessierte Beobachter waren auch rund 30 Mitarbeiter der Wirtschaftsbetriebe Duisburg. Sarah Lampe, die Pressesprecherin der WBD erläuterte den Grund: "Unsere Mitarbeiter sind auch als Deichläufer im Einsatz und entsprechend geschult. Das Beobachten dieser Übung ist da natürlich besonders interessant." Zum Einsatz kommen die Deichkontrolleure im gesamten Stadtgebiet ab einem Pegelstand von 9,50 Meter (Pegel Ruhrort).

Julian Goodwin erläutert in der provisorischen Leitstelle, wie die Helfer bei der Großübung vorgehen. FOTO: Andreas Probst

Die Wirtschaftsbetriebe hatten jede Menge Sand an die beiden Sandabfüllstellen nahe der B288 geliefert. Rund 80 Helfer waren dort im Einsatz, um mit Hilfe spezieller Sandabfüllmaschinen die Sandsäcke zu füllen, die anschließend per LKW zum von den Wassermassen bedrohten Stück des Rheindeichs transportiert wurden. THW-Mitarbeiter Rainer Wiebels erläuterte, dass man die Säcke, die zwischen 12 und 15 Kilo schwer sind, ganz bewusst nicht vollständig füllt: "So kann ein Schutzwall besser geformt werden. Das kriegt man mit prall gefüllten Säcken nicht hin, die Abdichtung wäre so zu durchlässig." Um den Deich in Höhe der Rheinheimer Höfe auf einer Länge von 200 Metern um einen halben Meter zu erhöhen sind mehr als 10.000 Sandsäcke erforderlich, erläuterte der THW-Fachmann. Bastian Schulte und Julian Goodwin koordinierten die Übung von einer provisorischen Leitstelle, die auf einem Außengelände des Postenhofs eingerichtet war. Mit der Deicherhöhung war man immerhin mit mehr als einer Stunde in Verzug. Bis zum Nachmittag sollte der Deich aber gesichert sein, der Scheitelpunkt der (angenommenen) Flutwelle wurde gegen Abend erwartet.

An der Roos war man schon gegen Mittag Herr der Lage, dort hieß es bereits gegen 13 Uhr "Wasser marsch". Dafür sorgten drei Pumpen, die in der Lage sind, 45.000 Liter in einer Minute durch die Schläuche zu schicken. Um die Roos zu schonen, pumpte man allerdings Rheinwasser ab. Alles funktionierte wie geplant, Björn Rodeike, der Einsatzleiter vor Ort, konnte zufrieden sein.

Und ganz wichtig war, was im Hauptquartier des Duisburger THW geschah. In Buchholz an der Sternstraße wurden 300 Portionen Möhreneintopf zubereitet. Den hatten sich die fleißigen Helfer aber auch redlich verdient.

Quelle: RP
 
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