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Duisburg
Tote und Verletzte bei Brand in Meiderich

Duisburg-Meiderich: Großbrand in Mehrfamilienhaus - drei Tote
Duisburg-Meiderich: Großbrand in Mehrfamilienhaus - drei Tote FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Ein Feuer in einem Mehrfamilienhaus im Duisburger Norden hatte gestern zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. 30 Verletzte und drei Tote war die Bilanz dieses schrecklichen Ereignisses. Die Ursache steht noch nicht fest. Von Carolin Skiba (Text) und Christoph Reichwein (Fotos)

Die Straße Unter den Ulmen gleicht einem Schlachtfeld. Herabgefallene Ziegel liegen vor dem Haus der Nummer 21, die Scheiben der geparkten Autos sind zerschmettert. Schuld ist ein verheerender Brand, der Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften gestern Morgen alles abverlangt hat.

Trotz der Bemühungen der rund 130 Einsatzkräfte haben es nicht alle Bewohner lebend aus den Flammen geschafft. Eine 33-jährige Frau und ihr achtjähriger Sohn konnten nur noch tot geborgen werden, der andere Sohn (14) verstarb einige Stunden später im Krankenhaus. Die restlichen Bewohner kamen mit leichten, zwei mit schweren Verletzungen davon. Am Mittag wurde laut Feuerwehr noch ein Kind vermisst. "Im Haus befinden sich aber keine Personen mehr", sagte Einsatzleiter Andreas Trepmann. Die Polizei konnte nicht bestätigen, dass tatsächlich ein Kind vermisst wird. Dennoch sind, nachdem der Brand weitgehend abgekühlt war, immer wieder Einsatzkräfte durch das Haus gezogen, haben jedes Möbelstück umgedreht und nach Zurückgebliebenen gesucht. Die Rettung der Bewohner stehe an oberster Stelle, sagte Oliver Tittmann, Leiter der Duisburger Feuerwehr. "Schon in der Brandsituation gilt es, alles genauestens zu durchsuchen. Oft verstecken sich Personen aus Angst vor den Flammen." Nicht selten sind es Kinder, oder aber Tiere, die aus Furcht den Rückzug antreten. Das vermisste Kind, so vermutet der Einsatzleiter, sei vielleicht davongelaufen oder von Nachbarn aufgenommen worden, die nicht ihre Häuser verlassen mussten.

Großbrand in Duisburg - Minister Ralf Jäger vor Ort FOTO: Christoph Reichwein

Torsten Walter hingegen musste mit seiner Familie aus der Wohnung raus. Sie liegt genau im Haus nebenan. Traurig schaut Walter sich das Geschehen von der Straßenseite an, seine kleine Tochter hat er bei sich. "Ich habe Kaffee gekocht und die Rauchwolke gesehen", sagt er. Sofort habe er seine Familie geweckt und das Haus verlassen. Von einem Wasserschaden in seiner Wohnung gehe er mindestens aus, da die Feuerwehr quasi gleich hinter der Wand gelöscht habe. Das alles sei aber nicht so schlimm, schließlich habe seine Familie keinen Schaden genommen. Zur Not könne man bei Verwandten unterkommen. "Verwandte gibt es genug", sagt seine Tochter. Auch Kamil Ziglasch, der ebenfalls im Nachbarhaus wohnt, wurde vom Rauch überrascht. Mit seiner Familie und seinem Hund habe er schnell die Wohnung verlassen. "Ein Freund hat mir den Schlüssel zu seiner Wohnung gegeben", sagt er. Aber selbst wenn es keine Verwandten oder Freunde gebe, müsse niemand auf der Straße schlafen. Tittmann: "Die Stadt Duisburg kümmert sich in solchen Fällen um eine Unterkunft."

Glück hatte auch eine kleine weiße Katze, die aus dem brennenden Haus gerettet werden konnte. Völlig verängstigt, mit zitternden Beinen und vom Löschwasser durchnässt, wurde sie auf der Wiese vor dem Haus abgesetzt. Wie die meisten der Bewohner, hatte auch sie mit dem beißenden Rauch zu kämpfen und rang nach Luft. Ein Feuerwehrmann brachte sie schließlich in eine Decke gewickelt in Sicherheit. Vier Menschen warteten angsterfüllt am Fenster im ersten Stock, eine Frau stand bereits auf dem Fensterbrett und wollte springen. Die Polizei konnte sie davon abhalten - über eine Leiter gelangten sie und die anderen nach unten.

Duisburg: Drei Tote bei Brand in Wohnhaus

Mit Rauchvergiftungen wurden die meisten Bewohner ins Krankenhaus gebracht. Sechs von ihnen mussten zunächst reanimiert werden. Aber nicht nur für die Bewohner ist der Brand ein einschneidendes Erlebnis. Feuerwehr und Polizei kamen an ihre Grenzen, die nervliche Belastung war spürbar. Tittmann: "Das war ein Einsatz, der auch für die Rettungskräfte an die psychische Grenze gegangen ist." Darum standen auch für sie Seelsorger bereit.

Quelle: RP
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