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Duisburg
Traumzeit mit bunter Mischung

Duisburg: Traumzeit mit bunter Mischung
In der einmaligen Kulisse des Landschaftsparks gab es insgesamt 37 Bands zu erleben. Dass die Besucherzahl nicht ganz an die Vorjahre heranreichte, lag wohl vor allem am schlechten Wetter. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Die französische Gruppe Air ließ das Musikfestival im Landschaftspark, das am Freitag mit einem meteorologischen Gewitter begonnen hatte, mit einem bombastischen Soundgewitter enden. Insgesamt wurden 15.000 Besucher gezählt. Von Alfons Winterseel (Text) und Christoph Reichwein (Fotos)

Mit einem klanggewaltigen Konzert der französischen Gruppe "Air" ging am späten Sonntagabend das diesjährige "Traumzeitfestival" zu Ende. Nach zwei vom Regenwetter in Mitleidenschaft Konzerttagen war der Sonntag ein versöhnlicher Abschluss. Zwischenzeitlich zählte man rund 6000 Besucher zeitgleich auf dem Festival. Sie sahen und hörten ein "ambitioniertes und abwechslungsreiches Programm", wie Kulturdezernent Thomas Krützberg betonte.

Am Sonntag gaben sich u.a. Mark Tavassol ("Wir sind Helden") und Klaas Heufer-Umlauf (bekannt aus der TV-Show "Circus Halli Galli") mit ihrer Band "Gloria" die Ehre. Ohne Starallüren rückten sie ihre Musik in den Vordergrund, zeigten sich auf der Höhe der Zeit.

Der klanggewaltige Auftritt der französischen Gruppe "Air" am Sonntagabend bildete den Schlusspunkt des diesjährigen Traumzeit-Festivals. FOTO: Christoph Reichwein

Wie bunt die musikalische Mischung auch am dritten Festivaltag blieb, unterstrich das "Line up" von den "Augustines" über Charlie Cunningham, "Fünf Sterne deluxe", der Big Band der Musikschule, Kelvin Jones, Patrice — den die Fans an der Cowperbühne regelrecht feierten — bis hin zur oben genannten Band Air. Die beiden Franzosen aus Versailles spielten in der Kulisse des Landschaftsparks ihr einziges Deutschlandkonzert. "Air" begeisterte das Publikum in der Gießhalle mit einer Mischung aus entspannter elektronischer Musik im psychedelischen Sound der 1960er und -70er Jahre. Sie macht Anleihen bei Pink Floyd und beim Pionier der französischen elektronischen Musik Jean Michel Jarre und webt daraus ihren eigenen, teils fulminanten Sound. Die Franzosen ließen ein Festival, das am Freitag mit einem meteorologischen Gewitter begonnen hatte mit einem bombastischen Soundgewitter enden.

Dass man am Ende des dreitägigen Festivals die Besucherzahlen des Vorjahres nicht erreicht hatte, war wohl eindeutig der Wetterlage zuzuschreiben. Frank Jebavy, Leiter des Festivalbüros: "Der Vorverkauf lief zwar ganz gut, aber wir waren insgesamt in diesem Jahr etwas spät dran. Das war nicht mehr einzuholen." Am Freitag seien an der Abendkasse nur wenige Karten verkauft worden. "Am Samstag haben wir schon aufgeholt und am Sonntag weiter ausgeglichen", umschrieb er es sportlich. Am Ende zählte man 15.000 Besucher an drei Tagen (im vergangenen Jahr waren es 18.000).

Die Möglichkeit, den Besuch des Festivals mit einem Kurzurlaub im Zelt auf dem Gelände des Landschaftsparks zu verbinden, nutzen in diesem Jahr 260 Besucher (letztes Jahr waren es 178). "Das müssen wir weiter ausbauen!", so Jebavy. Dass die lokalen Bands im Rahmen des Festivals nicht zu kurz kamen, war Aufgabe von Daniel Jung. Auf der Bühne am Gasometer, wo kein Eintritt gezahlt werden musste, präsentierte sich die heimische Musikszene mit Unterstützung aus dem niederländischen Nimwegen. Die MusikerInnen zeigten, über welche Bandbreite und über welche Qualität die heimische Musikszene verfügt und dass sie zu Recht einen Bühnenplatz auf dem Festival beansprucht.

Die Jungs von Technotronic ließen es ordentlich krachen - dem Publikum gefiel ihr Auftritt. FOTO: Christoph Reichwein

Die Frage, ob 37 Bands nicht zu viel seien, weil sie dadurch zeitlich eingeschränkt werden, beantwortet der künstlerische Berater des Festivals Marcus Kalbitzer, der auch für das Booking zuständig ist: "Im Vergleich zu anderen Festivals haben die Bands hier sogar noch viel Zeit. Das ist schon relativ großzügig bemessen." Und: Die Bands seien zufrieden mit den Zeitfenstern und begeistert vom Auftrittsort. Das Experiment, auf die Kraftzentrale als Auftrittsort zu verzichten und statt dessen eine weitere Bühne vor der Hochofenkulisse aufzubauen, sei gelungen und werde im nächsten Jahr ausgebaut.

Großes Lob muss man der Organisation und der Technik zollen: Die Konzerte begannen meist pünktlich, der Sound vor allem an den großen Bühnen war von einer hohen Qualität, manchmal - wie bei "Dinosaur Jr." - etwas zu laut.

Fünf Sterne Deluxe rappten, was das Zeug hielt und setzten so einen anderen musikalischen Schwerpunkt. FOTO: Christoph Reichwein

Selbstkritisch, so Thomas Krützberg, müsse man hinterfragen, warum ein derart qualitativ hochwertiges Festival nicht stärker besucht wird. "Wir müssen die Reichweite vergrößern." Daran werde man arbeiten. Fest stehe, dass man auf keinen Fall seitens der Verwaltung den Vorschlag machen werde, eines der Duisburger Festivals abzuschaffen. "Die Festivallandschaft in Duisburg ist einfach gut!"

Quelle: RP
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