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Duisburg
Traumzeitfestival auf neuen Pfaden

Duisburg: Traumzeitfestival auf neuen Pfaden
Einen echten Headliner gab es in der diesjährigen Traumzeit-Ausgabe nicht. Mehr als 4000 verkaufte Tickets für die kostenpflichtigen Konzerte sind ein kleiner Schritt nach vorn, findet Frank Jebavy, Leiter des Festivalbüros. Insgesamt wurden mehr als 15 000 Besucher gezählt. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Einmal mehr hat sich das Festival am Hochofen weiterentwickelt. Das Resultat war ein homogeneres Musikfest. Von Jonas Schlömer

Mit dem Trauzeitfestival ging am Sonntagabend eine der wichtigsten Kulturveranstaltungen Duisburgs zu Ende. Dass das Festival nichts mehr mit der "alten" Traumzeit zu tun hat, dürfte mittlerweile auch dem letzten Musikfan klargeworden sein. Doch auch mit Blick auf die vergangenen Ausgaben der "neuen" Variante hat sich das Festival in diesem Jahr weiterentwickelt.

Besonders am Traumzeit-Sonntag wurde die neue Ausrichtung der Veranstaltung sicht- und hörbar. Eröffnet von der hervorragenden MKS-Bigband, die mit Musik von Jazz über Funk bis Rock/Pop beeindruckte, war der Festivaltag beinahe ausschließlich gefüllt mit (Indie-) Rock/Pop-Künstlern. "Kensington" aus Holland etwa lobten zunächst die Gießhalle als "schönsten Ort", an dem sie je gespielt hätten und lieferten dann blitzsauberen Rock mit Synthie-Unterstützung.

Hochwertige und tanzbare Popmusik bekamen die Hörer bei "Leslie Clio" geboten. "Happy-Pop" umschreibt die Stilistik der Sängerin wohl am besten, von eingängigen Grooves bis zum wiedererblühten Trendinstrument, dem Glockenspiel, bekamen die Zuschauer alles geliefert. Sogar die Synthesizer, die am Traumzeitwochenende arg überstrapaziert und längst nicht immer passend eingesetzt wurden, platzierten die Musiker sehr stilsicher. Nach der Melancholie, die die vielen Singer-Songwriter vor allem am Freitag und Samstag im Landschaftspark verbreitet hatten, waren die unbeschwerten Musiker auf der Bühne der Gießhalle Balsam für die Hörerseele.

Einen echten Headliner suchte man indes an allen drei Tagen vergebens, dafür war das Festival wesentlich homogener als noch im vergangenen Jahr. Sicherlich eine erfreuliche Entwicklung für Liebhaber populärer Musik mit besonderem Dreh. Von denen waren am Wochenende eine ganze Menge in den Duisburger Norden gepilgert. Für die Fans des Festivals allerdings, die die Veranstaltung auch nach ihrer Abkehr von Jazz und Weltmusik noch für ihre wunderbare Vielfalt und die Möglichkeit der Entdeckung neuer Künstler geschätzt haben, dürfte die neue Marschrichtung ein kleiner Dämpfer sein. Ein jüngeres Publikum zog das Festival in jedem Fall an, doch auch die älteren Semester waren noch immer zahlreich vertreten.

Frank Jebavy, Leiter des Festivalbüros, und Marcus Kalbitzer, zuständig für die künstlerischen Angelegenheiten, zogen jedenfalls eine positive Bilanz. Das elektronische Zählsystem des Landschaftsparks vermeldete - Stand Sonntag um 14 Uhr - 15 183 Besucher über die zweieineinhalb Festivaltage verteilt. "Wir haben über 4000 Tickets verkauft, das ist ein kleiner Schritt nach vorne für uns", berichtete Jebavy mit Blick auf die kostenpflichtigen Konzertorte.

Das Einzelticket für die Kraftzentrale gab es in diesem Jahr nicht mehr, "um das Festival geschlossener zu gestalten". Auf die ganz großen Namen sei bewusst verzichtet worden. "Natürlich ist das auch eine finanzielle Angelegenheit, aber wir wollen erreichen, dass die Leute sich ein Traumzeit-Ticket kaufen, ohne das Programm zu kennen", erklärte der Festivalleiter das Langzeitziel.

Freude herrschte auch beim Blick auf das Campingangebot. Mit 200 Teilnehmern standen mehr als doppelt so viele Zelte auf der Wiese wie im vergangenen Jahr. Auch wenn sich Frank Jebavy "ein paar mehr Sponsoren" wünschte, steht schon jetzt fest, dass das Traumzeitfestival im nächsten Jahr wieder überraschen wird.

Quelle: RP
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