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Duisburg
Trotz Protesten: Baerler Riegel genehmigt

Duisburg: Trotz Protesten: Baerler Riegel genehmigt
Auf diesem Grundstück oberhalb der Bahnlinie soll der Wohnkomplex entstehen. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Argumente und 800 Unterschriften der Anwohner überzeugten das Bauordnungsamt nicht: Es hat das für Baerler Verhältnisse überdimensionierte Bauprojekt nördlich der Bahnlinie an der Hubertusstraße genehmigt. Von Martin Krampitz

Alle hatten sich dagegen gewehrt: nicht nur die Anwohner, sondern auch rund 800 Baerler Bürger mit ihren Unterschriften sowie SPD und Grüne, CDU und FDP in der Bezirksvertretung. Alle wollten den "Baerler Riegel" am Bahnübergang Hubertusstraße verhindern. Das Wohnprojekt des Moerser Bauinvestors "aip Wohnen GmbH" - mit 17 Wohneinheiten, zweieinhalbgeschossig und L-förmig angelegt auf einem rund 3800 Quadratmeter großen Privatgrundstück direkt neben dem Übergang der Niag-Bahnlinie - erschien ihnen allen viel zu groß, zu überdimensioniert. Gerade die Anwohner befürchten, dass der Bahnlärm der Gütertransporte noch zunimmt, sollte der "Baerler Riegel" kommen. Doch alle Argumente, alle Proteste, alle Unterschriften haben nichts geholfen: Die Stadt Duisburg, genauer gesagt das Bauordnungsamt, hat dem ungeliebten Projekt im Herzen Baerls jetzt eine Genehmigung erteilt.

Das erfuhren die Anwohner Margret und Hans-Hermann Goemann, die seit mehr als 40 Jahren unmittelbar neben dem Grundstück wohnen, auf Nachfrage beim Amt. Dort habe man die Genehmigung unter anderem damit begründet, dass der Bau des Wohnkomplexes den Lärm der dort täglich mehrmals passierenden Niag-Güterwaggons nur unwesentlich erhöhe.

Die Gegner des Projekts hatten ihre Ablehnung zum Beispiel damit begründet, dass eine 34 Meter lange Außenwand des "Wohnklotzes" den Schall der Züge reflektiere und so stark erhöhe. Genau das sieht das zuständige Amt anders, dessen Entscheidung ein Lärmgutachten zugrunde liegt. Außerdem sei das Quartier an der Hubertusstraße nicht als reines Wohngebiet, sondern als Mischgebiet ausgewiesen, wegen der Niag-Bahnlinie, die dort hindurchführt.

Anhand dieser Baupläne bekommt man eine Idee von den Ausmaßen des geplanten Wohnkomplexes. FOTO: Archivfoto

Was den Unmut der Betroffenen noch größer macht: Das Amt genehmigte den Bauantrag nach Paragraf 34 Baugesetzbuch. Juristisch kann man in diesem Fall nicht mehr dagegen vorgehen. SPD und Grüne, CDU und FDP, die alle eine maßvolle Bebauung Baerls fordern, hatten zwar versucht, das ungewollte Projekt mit einem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zu kippen - aber ohne Erfolg. Auch Hans-Gerd Bosch, Chef der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Homberg/Ruhrort/Baerl, hatte sich gegen den Bau eingesetzt: "SPD und Grüne haben von Anfang an dagegen gekämpft. Wir waren der Auffassung, dass das so nicht genehmigt wird." Jetzt wollen beide Parteien alle freien Bauflächen in Baerl darauf abklopfen, ob für sie ein B-Plan im Sinne einer maßvollen, ortüblichen Bebauung aufgestellt werden kann oder muss.

Quelle: RP
 
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