| 00.00 Uhr

Duisburg
Überleben, zum Beispiel im Rotlichtmilieu

Duisburg: Überleben, zum Beispiel im Rotlichtmilieu
Nora Bossong liest am 8. September in der Zentralbibliothek. FOTO: P.A. Hassiepen
Duisburg. Die neue Reihe des Literaturbüros Ruhr beschäftigt sich mit (ungewöhnlichen) Lebensentwürfen Von Charlotte Raskopf

Das Literaturbüro Ruhr ist bekannt für seine überragenden Literaturreihen. Auch in diesem Herbst hat der aus Duisburg stammende Gerhard Herholz, der langjährige Leiter ein interessantes Programm zusammengestellt. "Über Leben! Von der Hoffnung auf Zukunft" ist die aktuelle Reihe überschrieben, die vom 6. September bis zum 30. November 14 Lesungen in sieben Städten des Ruhrgebietes bietet, darunter auch zwei Termine in Duisburg.

Alle Veranstaltungen beschäftigen sich mit den weltweiten drastischen polit-ökonomischen Veränderungen. Auf gegenwärtige Gefahren und Problematiken wie Krieg, Klimawandel und Rechtspopulismus reagieren Menschen unterschiedlich: Während die einen zu Mitläufern und Tätern werden, finden sich andere mit der Situation ab. Wieder andere leisten Widerstand oder entwerfen Zukunftsperspektiven. Das geschieht nicht zuletzt durch die Lebensgeschichten literarischer Figuren, die die Autoren in diesen Lesungen vorstellen.

Die Lesungen in Duisburg behandeln zwei auf den ersten Blick grundsätzlich verschiedene Themen. In der Veranstaltung "Rotlicht", am 8. September, um 20 Uhr in der Zentralbibliothek, liest die Autorin Nora Bossong aus ihrer literarischen Reportage rund um das Rotlichtmilieu. Bereits als Kind faszinierte sie die rote Tür eines Sexshops in Bahnhofsnähe.

Nun erkundete sie ein Jahr lang die Welt hinter dieser Tür: sie sprach mit Prostituierten und Verwaltungsangestellten des Rotlichtmilieus. In ihrer Reportage berichtet sie nun von ihren Erfahrungen, der hochkomplexen "Dienstleistungs-Maschinerie" des Milieus und dem Aufeinandertreffen von Sexualität und Kapitalismus. Neben der Lesung findet ein Gespräch mit der Berliner Journalistin Dr. Gabriele von Arnim statt. Karten für die Veranstaltung können für sieben Euro im Vorverkauf in der Zentralbibliothek oder für neun Euro an der Abendkasse erworben werden.

Unter dem Titel "Die stillen Trabanten" liest Autor Clemens Meyer am Freitag, 22. September, um 20 Uhr aus Erzählungen, die verschiedene Lebensgeschichten beschreiben. Es geht um einen Lokführer, der Nachtfahrten liebt, bis eines Abends ein lachender Mann vor seinem Zug steht, um den Wachmann eines Asylheims, der sich in eine der Bewohnerinnen verliebt und einen Imbissbudenbesitzer, der von seinem Hochhausfenster aus die Trabanten in der Nacht beobachtet.

Meyer war für sein Buch "Im Stein" bereits für den Man Booker International Prize 2017 nominiert. Neben der Lesung findet ein Gespräch des Autors mit Journalist Claudius Nießen statt, mit dem er bereits den Band "Zwei Himmelhunde" veröffentlichte. Die Veranstaltung findet im Lokal Harmonie in Ruhrort (Harmoniestraße 41) statt. Eintrittskarten können im Literaturbüro Ruhr telefonisch unter 02043992644 und per E-Mail unter verena.geiger@stadt-gladbeck.de oder info@lokal-harmonie.de bestellt werden. Sie kosten im Vorverkauf sieben und an der Abendkasse neun Euro.

Ein Blick nach Mülheim: Gegen Populismus und für eine gelebte Demokratie setzt sich Harald Welzer, Direktor von "Futurzwei - Stiftung Zukunftsfähigkeit" am Donnerstag, 26. Oktober, um 20 Uhr im Ringlockschuppen Ruhr in Mühlheim ein. Er liefert Argumente gegen Rechtspopulismus und für Demokratie und Solidarität. Eintrittskarten für acht Euro zuzüglich Gebühr können im Vorverkauf unter 0208993160 bestellt werden. Alternativ gibt es die Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter ringlockschuppen.ruhr und für 10,50 Euro an der Abendkasse.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Überleben, zum Beispiel im Rotlichtmilieu


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.