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Duisburg
Umstrittener Welpenverkauf startet

Duisburg: Umstrittener Welpenverkauf startet
Norbert Zajac zeigt den Rohbau des Welpengeheges. FOTO: Archiv
Duisburg. Tierschutzorganisationen protestieren seit Monaten gegen den Plan des Zoogeschäfts Zajac, Welpen gewerblich zu verkaufen. Davon ließ sich Norbert Zajac aber nicht abhalten. Am Freitag bekommt das Geschäft die ersten kleinen Hunde. Von Elena Wagner

Trotz aller Proteste startet der Welpenverkauf im Zoogeschäft Zajac am 20. Januar. Am Freitag kommen die ersten Dackel, Shih-Tzus und Mischlingswelpen in Duisburg an. Zunächst werden die kleinen Hunde tierärztlich untersucht, gechipt und entwurmt, erklärt Norbert Zajac. Anschließend kommen sie in eine Quarantänebox und nur diejenigen, die nach einer Woche ganz gesund sind, würden verkauft.

Seit einem Jahr laufen Tierschutzorganisationen Sturm gegen die Pläne des angeblich größten Zoogeschäfts der Welt. Experten halten es für unverantwortlich, Hunde gewerblich zu vertreiben, da Welpen gerade in der frühen Phase eine feste Bezugsperson brauchen. Sonst steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere verhaltensauffällig werden, enorm.

Norbert Zajac sieht diese Gefahr nicht, da die Tiere seiner Meinung nach optimal versorgt werden. Drei Tierärzte, drei Hundetrainer und vier Tierpfleger kümmerten sich um die Welpen im Schichtdienst. Zudem hätten die Welpen einen Auslaufbereich, der nicht von den Besuchern eingesehen werden kann. Rund eine halbe Million Euro investierte Norbert Zajac in den 2000 Quadrameter großen Bau.

Angst, auf den Tieren sitzenzubleiben, hat der Zoohändler nicht und vergleicht mit seinem Katzenverkauf. "Die Katze, die 2011 der längste Gast war, war drei Wochen hier. 50 Prozent werden bereits am ersten Tag verkauft."

Vornehmlich kleine und mittelgroße Hundewelpen wird das Geschäft in Zukunft im Angebot haben. Bestellen geht übrigens nicht. "Da wir nur von privaten Züchtern kaufen, kann man sich höchstens vormerken lassen und wird benachrichtigt, wenn ein entsprechender Wurf eintrifft." 500 bis 1200 Euro kosten die Welpen, die laut Zajac mit einem Beratungsgespräch zur Haltung und Erziehung ihrem neuen Besitzer übergeben werden sollen.

Tierschutzorganisationen wie peta lassen nichts unversucht, um den Verkauf noch zu stoppen. Mit einem dafür entworfenen Emblem, das über soziale Netzwerke verbreitet und in Tierarztpraxen ausgelegt werden soll, versuchen sie, Mitstreiter zu mobilisieren. Statt einen Welpen im Zoogeschäft zu kaufen, sollen Hundeliebhaber in den überfüllten Tierheimen den Freund fürs Leben finden. Für den 23. Januar ist eine große Protestaktion vor dem Zoogeschäft angekündigt.

Die Empörung kümmert Norbert Zajac wenig. "In drei bis vier Wochen sind die Proteste abgeklungen." Die Tiere wohnten bei ihm schließlich wie in einem Luxushotel mit Fußbodenheizung und würden voraussichtlich nach wenigen Tagen vermittelt.

(rl/jco)
 
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