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Duisburg
Unerträglicher Lärm

Duisburg. Bereits seit über einer Woche ertönt jedes Mal, wenn ein Zug die Gleisbaustelle in Höhe der Lotharstraße in Neudorf passiert, ein überaus lauter Signalton – bei Tag und Nacht. Die Bewohnern fühlen sich massiv belästigt. Von Anja Streichan

Etwa 240 Züge fahren täglich durch Neudorf. Besonders belastet ist die Strecke "2321", die parallel zur Lotharstraße und zur Universität Duisburg-Essen verläuft. Dort finden schon seit fast zwei Wochen Gleisbau- und Oberleitungsarbeiten statt.

Diese sind mit lauten Signaltönen sogenannter "Lärmgeber" verbunden, die Bauarbeiter vor herannahenden Zügen warnen sollen. Alle 10 bis 20 Minuten hallt ein hoher, schriller und vor allem sehr lauter Signalton durch den gesamten Stadtteil – und zwar Tag und Nacht. Für die Anwohner, nicht nur in nächster Nähe zur Lotharstraße, eine unerträgliche Lärmbelästigung, die vielen einen ruhigen Schlaf unmöglich macht.

Bürger nicht informiert

"Ich bin eigentlich schwerhörig, aber von diesem furchtbaren Geräusch schrecke ich trotzdem jede Nacht wieder hoch", berichtet Sigrid Hermann. Die 74-Jährige lebt an der Kammerstraße. In den letzten Tagen ist die Lärmbelästigung zum wichtigsten Gesprächsthema unter den Nachbarn geworden. Ärger entstand auch, da sich die Bürger von der Deutschen Bahn schlecht informiert fühlen. "Warum bekommen wir keine Benachrichtigung vom Bahnbetreiber?", ärgerte sich ein Neudorfer.

Die Probleme der Anwohner kennt auch Harald Jeschke. "Die Menschen sind genervt. Die Warnsignale werden von einem elektronischen Lärmgeber verursacht, der höchst wahrscheinlich mit einem Bewegungsmelder herannahende Züge erkennt", sagt der Neudorfer Bürgervereinsvorsitzende. "Wenn auf dieser Strecke ein 500 bis 1000 Meter langer Güterzug bremst, dann wackeln in den angrenzenden Häusern die Wände", beschreibt der Vorsitzende die Störungen durch den Güterverkehr im Stadtteil.

Keine Alternative

Ein Bahnsprecher entschuldigte sich für die andauernde Lärmbelästigung bei den Anwohnern: "Aber die Signaltöne im Bereich von Baustellen sind gesetzlich vorgeschrieben. Schließlich müssen die Bauarbeiter vor herannahenden Zügen gewarnt werden."

Eine Alternative zu den lauten Signalen habe die Deutsche Bahn nicht, schließlich müssten die Lärmgeber auch laute Baustellengeräusche übertönen. Eine denkbare Warnung durch Funksprüche wäre so auch nicht sicher genug, da sie leicht überhört werden könnten.

Eine Erleichterung gibt es aber für die Anwohner: Es handelt sich um eine wandernde Baustelle zwischen dem Bahnhof Hochfeld Süd, der Abzweigstelle Lotharstraße und dem Abzweig Ruhrtal. Die Anwohner werden also vermutlich nicht über dem gesamten Zeitraum der Bauarbeiten den Lärmbelästigungen ausgesetzt sein.

Quelle: RP
 
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