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Sieben Feuer im gleichen Gebäude
Unheimliche Brandserie in Duisburg

Duisburg: Brand in Bruckhausen
Duisburg: Brand in Bruckhausen FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Sieben Mal hat offenbar ein unbekannter Brandstifter schon in dem Gebäude an der Schulstraße gezündelt, aus dem die Feuerwehr am Mittwoch neun Bewohner zum Teil schwer verletzt gerettet hatte. Von Hildegard Chudobba

Immer wieder Schulstraße 52: Im April vorigen Jahres begann dort eine Serie von Bränden, die bislang wohl nur aus Zufall noch keine Menschenleben gefordert hat. Damals rückte die Feuerwehr aus, weil Gerümpel im Keller in Flammen stand. Schon da vermuteten die Ermittler, dass es sich um einen Fall von Brandstiftung handeln könnte. Doch ein Täter ließ sich damals nicht ermitteln.

Im Februar dieses Jahres stand eine Couch in Flammen, sie war im Treppenhaus des Mietshauses abgestellt worden. Damals mussten sich sieben Bewohner wegen Rauchgasvergiftung behandeln lassen. Ursache: mit großer Wahrscheinlichkeit Brandstiftung. Weiter ging die unheimliche Serie nur neun Tage später. Am 14. Februar bemerkten Anwohner, dass der Rolladenkasten der leerstehenden Erdgeschoss-Wohnung angezündet worden war und löschten selbst. Zwei Tage später wurde ein Hausbewohner auf ein seltsames Flackern im Kellerflur aufmerksam. Aufgeschreckt durch die zahlreichen Brände in der Zeit davor, schaute er nach und entdeckte eine brennende Kerze neben einer Spanplatte. Er verhinderte durch sein Eingreifen, dass das Holz in Flammen aufging.

Nur vier Tage ließ sich der vermutlich selbe Brandstifter Zeit, um erneut zuzuschlagen. Wieder war es eine brennende Kerze. Sie stand diesmal im Treppenhaus unter der Holztreppe und wäre geeignet gewesen, eine Katastrophe zu verursachen. Einen Tag später versuchte es der fremde Täter erneut: Ein Hausbewohner entdeckte im Flur eine Holzplatte mit Brandspuren.

Nicht erst nach dem Feuer am Mittwoch laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. Mittwoch hat der Brandstifter offenbar wieder zugeschlagen. Bei der Spurensuche wurde Gerümpel im Keller entdeckt, das sich mit fast an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht selbst entzündet hat, sondern gezielt in Brand gesetzt wurde. Neun Hausbewohner wurden verletzt, darunter eine junge Frau sogar schwer, die noch vor dem Eintreffen der Rettungsmannschaften in Panik aus dem Fenster gesprungen war. Denn die Flammen hatten sich diesmal im Treppenhaus so schnell ausgebreitet, dass die Bewohner in den oberen Stockwerken nicht mehr ins Freie rennen konnten. Sie brachten sich auf Balkonen in Sicherheit, von wo die Feuerwehr sie herunterholte.

In dem Haus Schulstraße 52 sind 17 Mitparteien gemeldet. Wie viele dort tatsächlich wohnen, ist nicht bekannt, wohl aber, dass sich immer wieder unangemeldete Personen dort länger aufhalten. Bekannt ist auch, dass die Eingangtüre sich ohne Probleme von außen öffnen lässt, also jeder, der will, in das Gebäude gelangen kann. Und die Ermittler wissen ebenfalls, dass sie es bei den Bewohnern fast ausschließlich mit rumänischen und türkischen Mietern zu tun haben.

Ob der unbekannte Brandstifter unter ihnen ist, das ist nicht bekannt. Auch zu den Motiven kann die Polizei nichts sagen. Nachbarschaftsstreit? Konflikte unter Landsleuten? Stress mit dem privaten Vermieter? Ein Psychopath, der sich dieses Haus für seine lebengefährlichen Zündeleien ausgesucht hat? – Alles ist denkbar. Einen Tatverdächtigen, den die Polizei am Mittwoch festgenommen und vernommen hat, ist wieder auf freiem Fuß. Ihm war nichts nachzuweisen, und er leugnet auch beharrlich, mit der Brandserie etwas zu tun zu haben. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, ist die Polizei nun vor allem auf Zeugenhinweise angewiesen.

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