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Duisburg
Uni erforscht die "Stadt der Zukunft"

Duisburg: Uni erforscht die "Stadt der Zukunft"
FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. "Urban Factory" heißt ein Projekt, an dem ein Expertenteam aus Stadtplanung, Städtebau, Industriebau, Fabrikplanung, Logistik und Energiedesign beteiligt ist.

Bis zu 35 Prozent Ressourcen lassen sich künftig sparen, wenn Fabriken ihre überschüssige Wärme oder Energie in die umgebenden Stadtquartiere abgeben, statt sie zu entsorgen. Perspektiven wie diese entwickelt das Verbundprojekt Urban Factory, an dem die Technischen Universitäten Braunschweig und Dortmund sowie die Universität Duisburg-Essen (UDE) beteiligt sind. Um die dafür notwendigen Technologien und Methoden erforschen und entwickeln zu können, wird das Vorhaben in den kommenden drei Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro gefördert.

Getrennte Funktionen und Nutzungen standen bei der Stadtplanung lange hoch im Kurs: Überall wurden Fabriken und Produktionsstätten an den Stadtrand, ins Ausland oder auf die grüne Wiese verdrängt. Prof. J. Alexander Schmidt vom UDE-Institut für Stadtplanung und Städtebau: "Man erhoffte sich davon weniger Verkehr in der Stadt und geringere Konflikte um die Emissionen. Gleichzeitig stellten sich aber auch viele Nachteile ein, etwa erhöhter Pendlerverkehr, große Entfernungen zu Wissens- und Innovationsnetzwerken und hoher Flächenverbrauch in ländlichen Regionen."

Noch immer werden Fabriken an die Peripherie der Stadt verbannt, obwohl sie so umweltverträglich sind, dass sie weitestgehend integrierbar sind. Schmidt: "Unzählige Unternehmer kämpfen inzwischen um den Erhalt ihrer stadtnahen Standorte oder wollen wieder zurück in das urbane Umfeld." In der Stadt der kurzen Wege haben auch Fabriken und produzierendes Gewerbe ihren Platz. Dazu gehört auch die Vernetzung mit umgebenden Stadtquartieren zur Energie- und Ressourceneinsparung. Geeignete Lösungen erkundet nun das Expertenteam aus Stadtplanung, Städtebau, Industriebau, Fabrikplanung, Logistik und Energiedesign. Das Verbundvorhaben blickt aus beiden Richtungen über den Werkszaun und ermöglicht einen konstruktiven Dialog zwischen Stadt und Industrie. Das Projekt geht weiter als die üblichen Effizienzinitiativen, die sich nur auf konventionelle Energieträger wie Strom oder geringeren Materialeinsatz in der Produktion konzentrieren. Anhand von Modellvorhaben entwickeln die Verbundpartner eine Wissensplattform zur Energie- und Ressourceneffizienz von Industrie und Produktion in der Stadt.

Dafür untersucht das interdisziplinäre Forschungsteam einzelne Modellvorhaben von Fabriken in städtischen Räumen und analysiert ausgewählte Fabriken und Stadtstrukturen. Abgesichert werden die Ergebnisse in Form einer interdisziplinären Toolbox: "Ein solcher anwendungsorientierter Werkzeugkasten mit kombinierbaren Instrumenten aller Forschungsbereiche wird auf viele integrierte Standorte anwendbar sein", so der Projektleiter Fabian Schnabel vom UDE-Institut für Stadtplanung und Städtebau.

Quelle: RP
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