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Duisburg
Uni: Kreativität kontra Urheberrecht

Duisburg. Nur zwei Sekunden dauert das gesampelte Liedfragment von Kraftwerk, das einem Song von Sabrina Setlur in dreiminütiger Endlosschleife unterliegt. Die verpflanzten Melodiepartikel enthalten eine solche Brisanz, dass jüngst sogar Bundesverfassungsrichter darüber urteilten.

Mit den regulatorischen Unsicherheiten in musikalischen Kreativprozessen befasst sich auch Soziologieprofessorin Dr. Sigrid Quack an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Ihr gerade gestartetes DFG-Forschungsprojekt "Organisierte Kreativität unter regulatorischer Unsicherheit: Herausforderungen des intellektuellen Eigentums" untersucht unter anderem, inwieweit das bestehende Urheberrecht kreative Prozesse in der Musikproduktion fördert oder hemmt. Prof. Quack: "Uns stellt sich zum Beispiel die Frage, inwieweit das BVG-Urteil die gesetzliche Ausrichtung ändern wird. Möglicherweise bekommt der kreative Schaffensprozess Vorrang vor der Rechteverwertung." Zusammen mit Prof. Dr. Leonhard Dobusch (Universität Innsbruck) leitet sie eins von insgesamt vier interdisziplinären Projekten unter dem Dach der DFG-Forschergruppe 2161. Im Mittelpunkt stehen hier die Strukturen und Praktiken, in und mit denen Unsicherheit im kreativen Prozess gefördert, kanalisiert oder verhindert wird. Exemplarisch untersucht werden dazu die Strukturen und Praktiken in der Musik- und Pharmaindustrie.

"Diese beiden Wirtschaftszweige stehen für Bereiche, in denen ständig neue Ideen gefordert sind", so Professor Jörg Sydow (FU Berlin), der die 20-köpfige Forschergruppe koordiniert. Vertreten sind die Disziplinen Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftsgeographie und Soziologie. Ihre Standorte sind Berlin, Duisburg-Essen, Hamburg, Innsbruck und Linz.

Quelle: RP
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