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Duisburg
Uni-Studie: Ein neuer Job ist nicht der Ausweg aus Hartz IV

Duisburg. Die bessere Arbeitsmarktlage und steigende Beschäftigungszahlen gehen an vielen Hartz IV-Empfängern vorbei. Ihre Chancen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, stehen nach wie vor schlecht - nicht einmal jeder Fünfte schaffte 2015 den Absprung in einen regulären Job und damit den Weg raus aus der Hilfsbedürftigkeit. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen (UDE), die jetzt im Informationsportal Sozialpolitik veröffentlicht wurde. Wer keine Beschäftigung hat, aber (noch) Arbeitslosengeld I erhält, schafft relativ schnell den Wechsel auf den ersten Arbeitsmarkt. Von Lena Köhnlein

Seit 2007 ist der Anteil sogar von 38,2 Prozent auf knapp 44 Prozent im Jahr 2015 gestiegen. Dagegen fanden in den vergangenen Jahren nie mehr als 20 Prozent der Arbeitslosen, die Arbeitslosengeld II oder Hartz IV erhalten, einen regulären Job; im Jahr 2015 waren es nur knapp 17 Prozent dieser Personengruppe. Über 44 Prozent der Hartz IV-Empfänger wechselten vielmehr im Jahr 2015 in die "Nicht-Erwerbstätigkeit" - sie fallen aus der Statistik heraus, weil sie dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Sie gehen in Rente, in Elternzeit oder sind langfristig arbeitsunfähig. Hier zeigt sich sogar der stärkste Zuwachs, 2007 waren es erst 32,1 Prozent, die auf diesem Weg aus dem Arbeitsmarkt ausschieden. Auffällig ist nach Einschätzung der IAQ-Forscher die relativ hohe Quote von SGB-II-Arbeitslosen, die eine Ausbildung oder Arbeitsförderungsmaßnahme beginnen. Seit 2009 sind das mit etwa 22 bis 24 Prozent durchgehend mehr als diejenigen, die eine reguläre Beschäftigung aufnehmen.

Zwischen den Rechtskreisen gibt es deutliche Unterschiede: Wer im Bereich des SGB III zeitlich begrenzt Anspruch auf Arbeitslosengeld I hat, ist eher kurz arbeitslos und noch gut zu vermitteln. Im Bereich des SGB II konzentrieren sich hingegen die Langzeitarbeitslosen und Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen. Hierzu gehört der überwiegende Teil der Arbeitslosen - im Jahr 2015 rund 70 Prozent. Es sei schwierig SGB II und SGB III miteinander zu vergleichen, sagt Katrin Hugenberg, Sprecherin des Jobcenters. "Dahinter stehen völlig verschiedene Hintergründe." Personen, die Leistungen nach dem SGB III beziehen, hätten häufig eine abgeschlossene Ausbildung und mehr Berufserfahrung. "Wenn es insgesamt zu wenig Arbeitsplätze gibt, dann hat der Arbeitslose mit guten Qualifikationen die besseren Chancen", sagt Hugenberg.

Laut Universität, würde ein neuer Job noch keine wirkliche Wiedereingliederung bedeuten: Insbesondere Langzeitarbeitslosigkeit kann Anlass für erneuten Jobverlust sein. Häufig sind es die zuletzt Eingestellten, die als erste wieder entlassen werden. Die zunehmend befristeten Arbeitsverträge bieten von vornherein nur geringere Chancen, dauerhaft übernommen zu werden.

Auch Fördermaßnahmen oder Eingliederungszuschüsse an die Betriebe schaffen kaum stabile Beschäftigung. Für manche Arbeitslose wechselt sich die Teilnahme an Maßnahmen mit Phasen der Beschäftigung und erneuter Arbeitslosigkeit ab ("Mehrfacharbeitslosigkeit").

Quelle: RP
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