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Universität Duisburg-Essen
Ex-Studentenvertreter weisen Untreue-Vorwürfe zurück

Essen. An der Universität Duisburg-Essen sollen zwei Ex-Studentenvertreter Hunderttausende veruntreut haben. Zum Prozessauftakt weisen sie die Vorwürfe zurück und sprechen von einem "Racheakt".

Mit vehementen Unschuldsbeteuerungen hat am Dienstag vor dem Essener Landgericht der Prozess um den sogenannten "AStA-Skandal" an der Universität Duisburg-Essen begonnen. Der frühere Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) und sein Stellvertreter sollen mit dem Betrieb eines Kunst- und Kultur-Cafés über Jahre hinweg mehrere Hunderttausend Euro veruntreut haben. In einer ersten Stellungnahme bezeichneten die Angeklagten die Vorwürfe am Dienstag als "absurd". Die Anklage werde sich sehr schnell "in Luft auflösen".

Laut Anklage gewährten die AStA-Chefs einer Buchhalterin und einem Unternehmensberater zwischen 2007 und 2011 hohe Honorare, für die es tatsächlich keinerlei Grundlage gab. Die Empfänger des Geldes sind deshalb wegen Beihilfe zur Untreue ebenfalls angeklagt. Der jetzt 40 Jahre alte Ex-Vorsitzende des AStA betonte jedoch vor Gericht, dass alle Zahlungen gerechtfertigt gewesen seien. Die Buchhalterin habe als ständige Ansprechpartnerin für die Fakultäten wichtige Arbeit geleistet, und der Unternehmensberater habe sich sein Honorar als Betriebsleiter des Cafés ebenfalls mehr als verdient gehabt.

Der angebliche Untreue-Skandal war 2012 nach einem anonymen Hinweis ans Tageslicht gekommen. Die beiden ehemaligen Studentenvertreter glauben, dass die damalige Opposition im Uni-Parlament dahinter steckt. "Das ist eine private Rachegeschichte", erklärte der 40-Jährige. Aufgrund der langen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sei er heute finanziell ruiniert und depressiv erkrankt. Das Gericht hat für den Prozess zunächst noch fünf Verhandlungstage bis zum 22. September angesetzt.

(lai/dpa)
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