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Duisburg
Unternehmer fordern: Duale Ausbildung zukunftsfähig machen

Duisburg. So wenige Auszubildende wie nie gibt es derzeit in Nordrhein-Westfalen: Knapp 300.000 junge Menschen absolvieren eine Duale Ausbildung - ein Rekordtief seit Erfassungsbeginn im Jahr 1976. Demgegenüber steht ein Höchststand an unbesetzten Ausbildungsstellen: Knapp 7000 offene Plätze - 15,5 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt - stehen zur Verfügung. "Es ist ein eklatantes Dilemma: Immer weniger Jugendliche beginnen eine Duale Ausbildung und zugleich finden immer weniger Firmen den passenden Nachwuchs", beklagt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Die aktuellen Zahlen seien mehr als ein Alarmsignal. "Wir müssen den Ruf der Dualen Ausbildung wieder verbessern und sie technologisch zukunftsfähig machen", fordert Schmitz.

Die Berufsausbildung verschafft Deutschland einen entscheidenden Vorsprung gegenüber fast allen Konkurrenten weltweit, betont Schmitz: "Gut ausgebildete Fachkräfte sind unser Pfund; 'Made in Germany' ist auch durch sie ein global angesehenes Qualitätsmerkmal." Mit ihren hohen Löhnen - ein Arbeitnehmer in der Metall- und Elektroindustrie etwa verdient im Schnitt jährlich rund 54.000 Euro - und den guten Aufstiegsperspektiven ist eine Duale Ausbildung genauso wertvoll wie ein Studium. Viele Unternehmen setzen weiterhin auf die Duale Ausbildung. Schmitz ermuntert die Betriebe, daran festzuhalten, auch wenn es immer schwieriger wird, geeigneten Nachwuchs zu finden: "Wir brauchen gerade jetzt das Bekenntnis zur Lehre." Der Industriestandort Deutschland dürfe nicht einfach zusehen, wie ein überzogener Akademisierungswahn die Duale Berufsausbildung gefährde. "Stattdessen müssen wir die Lehre attraktiver und digitaler machen", fordert Schmitz. Der Arbeitgebervertreter schlägt vor, die Ausbildungswerkstätten in den Betrieben wie auch die Berufsschulen auf die Höhe der digitalen Zeit zu bringen. "Die heranwachsende Generation wächst ganz selbstverständlich digital auf - warum nutzen wir dieses Potenzial so wenig?", fragt sich der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes.

Der Unternehmerverband selbst setzt seine Bemühungen für alle Zielgruppen weiter fort: Für Schüler werden im InfoTruck MINT-Berufe ganz praktisch vorgestellt, für Lehrer werden Betriebsbesichtigungen und Gespräche mit Personalleitern organisiert und für Ausbilder werden Info- und Netzwerkveranstaltungen angeboten.

Quelle: RP
 
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