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Duisburg
Unternehmer in der Zukunftswerkstatt

Duisburg: Unternehmer in der Zukunftswerkstatt
Im Operationssaal der Zukunft: Nina Kloster, Leiterin des Fraunhofer-inHaus-Zentrums, führt die Unternehmer durch ihre Einrichtung. Im Operationssaal der Zukunft: Nina Kloster, Leiterin des Fraunhofer-inHaus-Zentrums, führt die Unternehmer durch ihre Einrichtung. FOTO: Unternehmerverband
Duisburg. Zur Woche der Industrie, die noch bis zum 25. September stattfindet, besuchte der Unternehmerverband das Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg.

Wie sieht die Zukunft der Industrie aus? Und wie verändern die digitalen Möglichkeiten die industrielle Produktion? Um diesen Fragen passend zur bundesweiten Woche der Industrie nachzugehen, trafen sich Mitglieder des Unternehmerverbandes nun im Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg. Die Woche der Industrie soll Leistungsfähigkeit und Innovationsbereitschaft der Industrie aufzeigen und auf die Berufschancen der Branche aufmerksam machen.

Im inHaus-Zentrum, das die Unternehmer auf Einladung von Leiterin Dr. Nina Kloster besuchten, bündelt die Fraunhofer-Gesellschaft die Potenziale von drei Fraunhofer-Instituten und zahlreichen Wirtschaftspartnern. Ziel des Zentrums ist es, so Kloster, neue Lösungen für Räume und Gebäude zu entwickeln und in den Markt zu bringen. Im Mittelpunkt stehen dabei immer der Mensch und seine Bedürfnisse. Die praktischen Auswirkungen der großen Trends Digitalisierung und Industrie 4.0 werden in Anwendungslaboren anschaulich vorgestellt. "Das inHaus-Zentrum ist eine echte Zukunftswerkstatt und eine tolle Sache für den Wirtschaftsstandort Duisburg", so Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation beim Unternehmerverband, der die Veranstaltung organisierte. So konnten die über 30 Unternehmer vor allem aus Duisburg, Mülheim und Oberhausen einen Blick in das "Hospital Engineering"-Labor (Krankenhaus der Zukunft) werfen. In diesem authentischen Labor können Alltagsszenarien analysiert und Entwicklungen getestet werden, ohne dabei den Krankenhausalltag zu stören. Gerade für den Gesundheitsbereich bieten digitale Lösungen spürbare Verbesserungen, etwa im Bereich der Krankenhaushygiene. In der industriellen Produktion sind durchaus vergleichbare Trends ausfindig. Darauf wiesen in Vorträgen Dr. Gerd vom Bögel, Geschäftsfeldleiter "Wireless & Transponder Systems" am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS) und Tobias Grimm von der Universität Duisburg-Essen hin. Vom Bögel berichtete vom Einzug der drahtlosen Kommunikation in die Produktion. Eine Entwicklung, die große Chancen biete, gleichzeitig aber noch in den Kinderschuhen stecke. Dabei reicht die Palette der Einsatzfälle vom Austausch der Navigationsdaten bei selbststeuernden Transportfahrzeugen bis zur sensorischen Erfassung von Betriebsdaten an Schneidwerkzeugen in CNC-Maschinen. Wichtig ist die Standardisierung der drahtlosen Kommunikationstechnik über alle Hierarchieebenen eines Betriebs, um sowohl Anbietern als auch den Anwendern der Technologie eine langfristige Perspektive für Innovationen zu geben. In Förderprojekten arbeitet das Fraunhofer IMS an der Implementierung der neuen Standards in Industrie 4.0 und trägt zur schnellen Umsetzung in neue Produkte bei.

Auch im Bereich des 3D-Drucks besteht nach Auskunft von Tobias Grimm aktuell noch viel Entwicklungspotenzial. Grimm forscht am Institut für Product Engineering der Universität Duisburg Essen. Er arbeitet dort am international renommierten Lehrstuhl für Fertigungstechnik. Schon heute wird der 3 D-Druck laut Grimm erfolgreich angewendet, etwa in der Luftfahrtindustrie. Hier führt er zu signifikanten Gewichtseinsparungen und damit zu einem geringeren Treibstoffverbrauch. Studien sagen ein weiteres rasantes Wachstum der Fertigungstechnologie in der gesamten Industrie voraus.

Eines machten beide Vorträge in jedem Fall deutlich: Unternehmer aus der Region finden an Universität Duisburg-Essen und am Duisburger Fraunhofer-Institut kompetente Ansprechpartner zum Thema Industrie 4.0. Matthias Heidmeier vom Unternehmerverband wies auf die Bedeutung der rasanten technologischen Entwicklung für die Zukunft des Industriestandorts hin: "Wir brauchen ein starkes Netzwerk zwischen der Wissenschaft und den Unternehmen der Region, damit der Transfer von Fachkräften und neuen Technologien in die Betriebe hinein gelingt." Die wissenschaftlichen Qualitäten der Region sollten sich gerade kleine und mittlere Unternehmen viel stärker zu Nutze machen. Der Unternehmerverband will hier weiter Brücken bauen.

Quelle: RP
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