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Duisburg
"Väterchen Frost" fehlt als Pate

Duisburg. Ausverkäufe und Rabatte gehören mittlerweile beim Shoppen zum Alltag - auch beim Winterschlussverkauf, der gestern inoffiziell begann. Hat der Saisonschlussverkauf an Reiz für Schnäppchenjäger verloren? Von Julia Zuew

Frost, Kälte und Glatteis: Der Winter scheint mit seinem kalten Atem ausgehaucht zu haben. Vielleicht ist er ja auch nur kurz außer Atem, egal. Die Königstraße ist noch lange nicht aus der Puste: Gestern begann der Winterschlussverkauf in den Geschäften, und es war verhältnismäßig voll. Vormittags noch zaghaft, trauten sich später umso mehr Duisburger in die Läden.

Rabatte bis zu 70 Prozent warten auf die Kunden - überwiegend liegen sie jedoch bei 50 Prozent, sagt Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelverbandes Niederrhein. Doch es sind keine Tumulte vor den Geschäften zu sehen, kein Drängeln und Kämpfen um die Schnäppchen, wie es manche aus früheren Tagen in Erinnerung haben werden.

"Früher gab es festgelegte Zeiten für den Sommerschlussverkauf und den Winterschlussverkauf", so Bommann. Diese waren immer jeweils der letzte Montag im Januar und Juli, und dauerten 14 Tage. Bis 2004 durften Händler nur in diesen Zeiträumen mit Sonderaktionen locken. Auch wenn bereits in den Jahren zuvor das Rabattgesetz gelockert worden war: Schnäppchenjagd war noch was Besonderes. Heutzutage dürfen Händler Ausverkäufe und Rabattaktionen zu beliebigen Zeiten und Anlässen veranstalten - keiner ist mehr an gesetzlich vorgegebene Fristen gebunden.

Doch der Sinn beim Ausverkauf bleibt der selbe: Alles muss raus, in den Lagern muss Platz für die neue Ware her. "Väterchen Frost ist immer ein guter Pate" sagt Bommann und fügt hinzu: "Im Winter ist der Ausverkauf sehr witterungsabhängig." Und da kommen Händler schnell in die Zwickmühle: Schnee bedeutet zwar, dass Winterware gut verkauft wird, allerdings sind die Straßen manchmal dicht, und weniger Leute verlassen bei miesem Wetter das Haus, berichtet Bommann. So wirklich ausgeprägte Shoppinglaune kommt da bei kaum jemandem hoch - auch bei reduzierten Mänteln nicht. Aber ist der Winterschlussverkauf immer noch Kult und Kundenmagnet, wie es einst zum Beispiel in den Siebzigern der Fall war? An die einstige Massenbegeisterung käme es nicht ran, so Bommann.

Doch welcher von den beiden Saisonausverkäufen läuft eigentlich besser? "Das ist schwer zu beurteilen", meint er. Wir sehen das anders: Ein Sommerkleidchen ist immer günstiger als ein reduzierter Wintermantel. Und das eingesparte Geld kann man dann zum Beispiel bei einem Eis unter freiem Himmel auf der Kö wieder ausgeben. Schöne Aussichten!

Quelle: RP
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