| 00.00 Uhr

Duisburg
"Vergessene" Bombensuche kostet eine Millionen Euro

Duisburg. Der Vergabeausschuss der Stadt wurde gestern in nicht-öffentlicher Sitzung von der Nachricht überrascht, dass der Deichbau im Mündelheimer Rheinbogen fast eine Million Euro teuer wird als geplant. Der Grund: Nachträglich musste der Kampfmittelräumdienst anrücken, um das Gelände nach möglichen Blindgängern abzusuchen. Dadurch konnte die mit dem Deichbau beauftragte Firma im Sommer/Herbst 2014 fast drei Monate lang nicht arbeiten. Das Unternehmen forderte daher von der Stadt, die durch die Zwangsspause entstandenen Kosten zu übernehmen. Insgesamt summierten sich die Fordrungen auf fast zwei Millionen Euro. Darin enthalten waren zum Beispiel Kosten für die Zwischenlagerung des bereits gelieferten Baumaterials, ebenso aber auch Personalausgaben und Aufwendungen für die Baustellensicherung und für die Baugeräte. Durch Verhandlungen konnte die Stadt diesen Betrag zumindest auf eine Million Euro senken. Die Stadt gesteht in der Vorlage für die Mitglieder des Vergabeausschusses ein, die Kampfmittelfreigabe unterlassen zu haben, was wohl nichts anderes bedeutet, als dass vergessen wurde, nach Blindgängern etc. suchen zu lassen.

Da sie über Wochen dem beauftragten Bauunternehmen nicht mitteilen konnte, wie lange es noch pausieren muss, konnte die Firma keine alternativen Aufträge annehmen. Der Kampfmittelräumdienst des Landes wiederum konnte der Stadt angeblich keine genauen Fristen nennen, in denen die Untersuchungen stattfinden, weil er zum Beispiel immer wieder zu aktuellen Bombenfund-Einsätzen gerufen wird. Dennoch will jetzt die Stadt vom Land, dass es den finanziellen Schaden übernimmt, "weil er aus Sicht der Stadt Duisburg durch das nicht sachgerechte Handeln des Kampfmittelräumdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf entstanden ist", so die Stadtverwaltung.

(hch)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: "Vergessene" Bombensuche kostet eine Millionen Euro


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.