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Duisburg
Verkehrsfluss in die Seehäfen verbessern

Duisburg. Eine zukunftsfähige und belastbare Verkehrsinfrastruktur zwischen dem Rheinland und den Seehäfen Antwerpen, Rotterdam, Zeebrügge (ZARA-Häfen) ist für die weitere positive wirtschaftliche Entwicklung der Region Rheinland von zentraler Bedeutung. Über die Dringlichkeit der im Bundesverkehrswegeplan bewerteten Projekte wie "Rheinvertiefung", "Betuwe-Linie" und "Eiserner Rhein" sprachen in Berlin hochrangige Unternehmensvertreter aus der Hafen- und Logistikwirtschaft, die Verkehrsexperten der Industrie- und Handelskammern im Rheinland und der Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Enak Ferlemann.

"Unsere Region ist extrem abhängig davon, dass die grenzüberschreitenden Verkehre reibungslos funktionieren", erläutert Verkehrsexperte Ocke Hamann von der Duisburger IHK. "Wir werben dafür, dass die Projekte des Bundesverkehrswegeplans, die den Verkehrsfluss von und in die Seehäfen in Belgien und den Niederlanden verbessern, zügig umgesetzt werden. Hierzu gehören die Verbesserung der Abladetiefe des Rheins, die Betuwe-Linie oder der Eiserne Rhein, aber auch Autobahnprojekte, wie der Neubau der Rheinbrücke der A 40."

Die Experten der Kammern und die Vertreter der Hafen- und Logistikwirtschaft rechnen mit weiter wachsenden Verkehrsmengen in den Seehäfen bis 2030 um rund 65 Prozent. Deswegen streben sie an, die Straßen zu entlasten, indem mehr Mengen von der Straße auf die Schiene und das Binnenschiff verlagert werden. Allerdings müssen hierfür die Voraussetzungen stimmen.

Luc Arnouts, Chief Commercial Officer, Antwerp Port Authority erklärte: "Genauso wichtig wie der Ausbau des Hafens sind Investitionen in die Verbindungswege ins Hinterland." Nur so ließen sich die ehrgeizigen Ziele zur Entlastung des Straßenverkehrs erreichen: "Wir haben uns vorgenommen, bis 2030 den Lkw-Transport von 51 Prozent auf 40 Prozent zu verringern und den Schienentransport von acht auf 20 Prozent zu steigern."

Allard Castelein, President-Directeur (CEO), Havenbedrijf Rotterdam N.V., appellierte an die Adresse der Politik, Flaschenhälse zu beseitigen: "Wir sind froh, dass das dritte Gleis der Betuwe-Linie zwischen Emmerich und Duisburg fest disponiert ist, aber wir machen uns ehrlich gesagt Sorgen um das Tempo und die Umsetzung des Projekts."

Die Bedeutung des Rheinlands und die Herausforderungen durch das zunehmende Güteraufkommen über die westlichen Seehäfen sei ihm durchaus bewusst, versicherte der Staatssekretär und nahm Stellung zu konkreten Projekten: "Das dritte Gleis der Betuwe-Linie wird kommen, das Planungsrecht bremst dieses Projekt derzeit, aber wir werden damit rechtzeitig fertig." Er ging auch auf die seit Jahrzehnten kontrovers diskutierte Reaktivierung der Güterstrecke "Eiserner Rhein" ein. Diese Strecke sei als Entlastung der anderen Güterverkehrsstrecken von den Seehäfen ins Rheinland notwendig. Die historische Trasse, die zum Teil mitten durch Wohngebiete führe, sei nicht mehr umsetzbar und die Variante entlang der A 52 zu teuer. "Aber es gibt einen dritten Weg: Die Variante über Venlo mit einem zweigleisigen Ausbau Kaldenkirchen-Dülken", so Ferlemann. Auch das Land NRW stehe inzwischen dahinter.

Für Erich Staake, duisport-Vorstand, leidet der Infrastrukturausbau in Deutschland an einem grundsätzlichen Umsetzungsproblem: "Es beginnt bei der mangelnden Planungskapazität und endet bei der Akzeptanz der Bevölkerung." Staake regte eine Initiative der Logistikwirtschaft an, um den Bund mit personellen Planungskapazitäten zu unterstützen.

Quelle: RP
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