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Unsere Woche
Verkehrsnetz eine Katastrophe

Duisburg. Der Duisburger Süden soll den Düsseldorfern als bezahlbare Wohn-Alternative schmackhaft gemacht werden. Davon reden die Verantwortlichen in unserer Stadt nun schon seit Monaten und planen fleißig, welche Gebiete sie den erhofften Neubürgern zur Verfügung stellen könnten. Und die liegen vor allem in Wedau. Die Planungen dort sehen quasi einen ganz neuen Stadtteil mit Seeufer vor.

Hoffentlich denken unsere Stadtplaner auch jetzt schon daran, dass Duisburgs neue Einwohner zum Arbeiten weiterhin Düsseldorf fahren werden und bauen entsprechend das Verkehrsnetz aus. Denn das ist derzeit eine Katastrophe. Zum nachmittäglichen Feierabend staut sich der Verkehr auf der A59 über Kilometer. An der Abfahrt Großenbaum reicht die Abbiegespur längst nicht mehr aus, um die Abbieger aufzunehmen. Oben an der Ausfahrt geht es auf dem Altenbrucher Damm nur im Schritttempo vorwärts.

Ein Stück weiter stockt der Verkehr auf der Stadtautobahn in Richtung Norden meist schon ab dem Grunewald. Der dreispurige Ausbau der A59 von der Innenstadt in Richtung Hamborn ist zwar bereits angekündigt, doch bis zur Realisierung werden noch Jahre vergehen - über die Zustände während der Bauzeit denken wir jetzt besser noch nicht nach.

Ein Grund, aus dem die Duisburger Berufspendler nach Düsseldorf auf den eigenen Wagen setzen ist, dass der Öffentliche Nahverkehr keine Alternative g ist. Große Park&Ride Parkplätze an den Haltestellen sind Mangelware. Die Duisburger Straßenbahnen wirken wenig einladend, den Bus zu benutzen, ist wenig sinnvoll, weil auch der im Stau steht, und auf die Dauerverspätungen im S-Bahn-Verkehr haben viel erst recht keine Lust. Abhilfe soll der RRX schaffen, doch auch der rollt auf eigenen Gleisen erst in sieben bis acht Jahren.

Bei den Straßenbahnen ist Besserung in Sicht, weil die DVG (in drei bis vier Jahren) einen neuen Fahrzeugpark bekommt. Wenn die Stadtplaner und Politiker es hinbekommen, einen Nahverkehrsplan aufzustellen, der weit über den Ist-Zustand hinausgeht, dann wäre das eine gute Sache.

Die Diskussionen in den Ausschüssen und im Rat werden Anfang 2017 beginnen. Wäre ja nicht schlecht, wenn diejenigen, die dann zu entscheiden haben, alle Mal eine Woche lang im Berufsverkehr die verschiedenen Transportmittel ausprobieren würden. Bekanntlich macht Erfahrung klug!

hildegard.chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
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