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Duisburg
"Vernichtung der letzten Freifläche"

Duisburg: "Vernichtung der letzten Freifläche"
Neubaugebiete sind nach Auffassung vieler Huckinger Anlass genug, auf die Ausweisung größerer Baugebietsflächen in Zukunft hier zu verzichten. Sie verlangen nun ein Gutachten, das den wirklichen Bedarf im Duisburger Süden ermitteln soll. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Huckinger Bürgerverein wehrt sich gegen die Bebauung am "Alten Angerbach". Mit einer Online-Petition will der Bürgerverein zusätzlich auf die Problematik aufmerksam und den Widerstand deutlich machen. Von Volker Poley

Der Bürgerverein Huckingen macht mobil. Mit der Ausweisung des Baugebietes am Alten Angerbach, wie sie nun in der endgültigen Fassung des Stadtentwicklungskonzeptes Duisburg 2027 -vom Rat im Juni 2015 beschlossen - vorliegt, will man sich nicht abfinden. Das von den Stadtplanern in den vergangenen Jahren - begleitet von einer weitgehenden Bürgerbeteiligung - entwickelte Konzept dient als Grundlage für die Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplans.

Die Huckinger fühlen ihre Belange und Einwände bei der nun politisch "festgezurrten" Planung nicht berücksichtigt und wollen Widerstand gegen die "Vernichtung der letzten Freifläche Huckingens" leisten. Auf der gestrigen Pressekonferenz im Steinhof verdeutlichten Rolf Peters und Dietmar Ahlemann vom Bürgerverein noch einmal ihre Kritik an den städtischen Planungen. Der Bürgervereinsvorsitzende Peters erinnerte daran, dass der Verein im Jahr 1972 gegründet wurde, um die damals geplante Hochhaussiedlung (16-geschossig) im Angerbogen zu verhindern.

"Wäre das nicht gelungen, hätten wir hier eine Situation wie in Köln-Chorweiler", so Peters. Die Huckinger sind der Meinung, dass der Stadtteil seinen Baulandbeitrag unter anderem mit den Neubaugebieten im Angerbogen und am Huckinger Kamp längst geleistet hat. Mit einer Online-Petition will der Bürgerverein zusätzlich auf die Problematik aufmerksam und den Widerstand deutlich machen. Der entsprechende Link ist über das Internetportal des Bürgervereins erreichbar und soll nach Angabe der Initiatoren dort noch ein halbes Jahr anzuwählen sein.

Dietmar Ahlemann stellte zudem klar, dass man nicht grundsätzlich gegen Neubauten in Huckingen sei, wenn man, wie im NRW-Landesentwicklungsplan empfohlen, örtliche Innenräume baulich verdichtet. Beim Stadtentwicklungskonzept "Duisburg 2027" sieht er Widersprüche, da man auch dort den Grundsatz "Innen- vor Außenentwicklung" propagiert, aber gleichzeitig Vorschläge für eine umfassende Wohnbebauung in Außenbereichen aufzeigt.

Für Dietmar Ahlemann ist klar, dass man mit dem Verkauf der Grundstücke auf der 9,5 Hektar großen Fläche südlich der Hermann-Spillecke-Straße (östlich begrenzt durch die Trasse der U 79) die Stadtkasse sanieren will. Nach seinen Berechnungen bringt der Verkauf Millionen Euro, dafür werde ein von der Bevölkerung genutzter Erholungs- und ein klimatischer Ausgleichsraum zerstört. Nachdem auch schriftlich formulierte Bedenken und Stellungnahmen des Bürgervereins an die Politik ohne Ergebnis blieben, will man nun alle Möglichkeiten nutzen, die geplante Bebauung endgültig festzuschreiben, "bevor baurechtliche Tatsachen geschaffen werden". Gefordert wird ein professionelles Gutachten zur Ermittlung des wirklichen Bedarfs an Bauland im Duisburger Süden, ein ebensolches Gutachten, ob durch den Verkauf der Flächen tatsächlich dauerhaft zusätzlich Geld in die Stadtkasse gespült wird und eine ergebnisoffene Diskussion mit den Bürgern auf Basis dieser Gutachten.

Der Huckinger Bürgerverein fordert zudem, bis dahin alle Aktivitäten zur Erstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet "Am Alten Angerbach" einzustellen.

Quelle: RP
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