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Frühling In Duisburg
Vom Minigarten bis zum Villen-Park

Preisgekrönter Frühling
Preisgekrönter Frühling FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Philipp Zauner gestaltet Gärten jeder Art und hat es mit seiner Arbeit jetzt bei einem bundesweiten Wettbewerb zu einem ersten Platz gebracht. Sein Betrieb liegt in Huckingen. Von Hildegard Chudobba

Philipp Zauner hat schon einen Mustergarten im Essener Grugapark angelegt und einen weiteren öffentlich zugängigen bei Schloss Dyck. Doch noch nie ist ihm für seine Arbeit so viel Ehre widerfahren wie jetzt: In dem bundesweit ausgelobten Wettbewerb "Galabau innovativ" belegte er mit "seinem" Uerdinger Hausgarten den 1. Platz. Die Preisübergabe fand vor großem Publikum in Nürnberg statt und war eine sehr feierliche Veranstaltung, wie Zauner erzählt.

Von seinem Schwiegervater Karl Baakes hat er nach dessen Tod den eingesessenen Betrieb in Huckingen übernommen. Gartengestaltung, das war schon sehr früh ganz das Ding des 41-Jährigen. An seine Lehre schloss er das Studium zum Garten- und Landschaftsarchitekten an und leitet inzwischen ein Unternehmen mit neun Mitarbeitern.

Um es gleich zu erklären: Zauner ist kein "Blümchenpflanzer": er gestaltet Gartenfläche. Da kann es sein, dass es zwei oder drei Jahre dauert, bis das ganze Konzept in seiner Schönheit aufblüht. Einfach nur üppig bunte Kübelpflanzen in die Erde setzen, das können die Kunden selbst übernehmen. Aber wer sich Gärten von Zauner anschaut, der erkennt sehr schnell, dass sich dahinter sehr gut durchdachte Pläne verbergen. Das beginnt mit der Pflasterung der Terrasse, dem Verlegen von farblich passenden Rasensteinkanten und Wegplatten. Er weiß ein gefälliges Gleichgewicht zwischen Teich, Rasen, Beeten und den umgebenden Sträuchern (oder Bäumen) herzustellen und Akzente zu setzen, wo es sich anbietet. Blühende Bodendecker statt Saisonpflanzen - das bringt am Ende meist mehr und ist zudem pflegeleichter. In dem preisgekrönten, nur 400 Quadratmeter großen Garten in Uerdingen beispielsweise hat er einen Sitzplatz gestaltet, an dem die beiden berufstätigen Besitzer sonnige Abende verbringen, in ihre grüne Oase schauen können und dennoch nicht von den Nachbarn beobachtet werden. Die richtigen Bäume und Sträucher an der richtigen Stelle platziert, machen das möglich. In einem anderen Fall hat er einen Garten so gestaltet, dass er sich ganz harmonisch von der Terrasse zur einige Meter höher gelegenen Grundstücksgrenze "entwickelt". Er hat Parks von Villen "zum Kunstwerk" gemacht, aber auch schon ein Reihenhaus-Gärtchen von nur 20 Quadratemetern vorzeigbar gestaltet.

Philipp Zauner versteht sich nicht als derjenige, der den Gartenbesitzern seine Fachlichkeit aufdrängt und dessen persönliche Wünsche schlechtredet. Diplomatisch versucht er, seinen Kunden von Fehlkäufen und -planungen abzubringen. Er weiß, dass der frisch-gebackene Häuslebauer am besten vom ersten Tag an in die Idylle schauen will und dafür das eine oder andere Gewächs kauft, das ihm schon nach einem Jahr über den Kopf wachsen wird, oder so viele Bäume und Sträucher auf seinen "Acker" setzt, dass die sich schon nach kurzer Zeit in die Quere kommen werden. "Wenn er es unbedingt so will, machen wir das natürlich", sagt er. Doch den Hinweis, dass auf Dauer eine langsam wachsende Bepflanzung "mit Charakter" viel mehr Freude machen wird als der immergrüne Busch aus dem Discounter, den kann er sich dann dennoch nicht verkneifen. Auf die Frage, ob er lieber parkähnliche Villengärten gestaltet als das kleine Flecken Grün in der dicht-bebauten Reihenhaussiedlung antwortet der 41-Jährige, ohne lange zu überlegen: "Die kleinen." Denn die erforderten viel mehr Überlegungen und Planungen, um ein Ergebnis zu bekommen, dass den Besitzer und auch ihn zufrieden stellt. "Und schauen Sie sich doch mal die großen Mustergärten in den Bildbänden an. Die liegen an großen Seen oder mit Blick auf die Alpen. Da kommt es eher aufs Panorama als alles andere an".

Apropos Buch: Mit seinem preisgekrönten Uerdinger Garten hat er es in einen Bildband mit dem Titel "Gärten des Jahres 2017" gebracht, erschienen im Callwey Verlag.

Quelle: RP
 
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