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Duisburg
Vom Sachsenspiegel zum eBook

Duisburg. Die Duisburger Bibliotheksstiftung gibt ein umfassendes und schönes Buch über die Stadtbibliothek als kommunales Medien-, Bildungs- und Kulturzentrum heraus. "Nah bei den Menschen", heißt die Devise der Bibliothek. Von Ingo Hoddick

Das beste, was eine öffentliche Bibliothek machen kann, ist ein umfassendes und schönes Buch über die eigene Geschichte und Gegenwart in ihren unterschiedlichen Facetten herauszugeben. Das gibt es jetzt in unserer Stadt, unter dem vielsagenden Titel "Vom ,Sachsenspiegel' bis zum eBook. Die Stadtbibliothek Duisburg als kommunales Medien-, Bildungs- und Kulturzentrum".

Seit ihrer Gründung im Oktober 1901 hat die Stadtbibliothek Duisburg zahlreiche Veränderungen durchlaufen. Sowohl die wechselnden politischen, wirtschaftlichen und sozialen Rahmenbedingungen als auch die erheblichen Umbrüche in der Medienlandschaft haben in diesen mehr als 100 Jahren stark in die Arbeit eingegriffen. Heute ist die Duisburger Stadtbibliothek ein kommunales Zentrum für physische und digitale Medien, für den Gewinn von Sprach- und Lesekompetenz, Informationen, Wissen und Bildung, als sozialer Kommunikations- und kultureller Veranstaltungsort mit einem vielseitigen Leseprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie als historisches Gedächtnis der Buchkultur.

Herausgeber des Sammelbandes ist Bibliotheksdirektor Dr. Jan-Pieter Barbian; die meisten der informativen und gut lesbar geschriebenen Beiträge stammen von Mitarbeitern des Hauses. Der Titel bezieht sich zum einen auf das Prunkstück der hauseigenen Sammlung "Historische und Schöne Bücher", eine seltene Abschrift von 1385 des berühmten Rechtsbuches "Sachsenspiegel" aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, zum anderen auf die hier seit 2008 mögliche digitale "Onleihe". Nicht fehlen dürfen auch der 1912 gegründete Verein für Literatur, der immer wieder wichtige Autoren zu Lesungen nach Duisburg holt, meist eben in die Zentralbibliothek, und die in Zeiten knapper kommunaler Kassen unerlässliche, 1996 gegründete Duisburger Bibliotheksstiftung. Spannend erscheint auch der Blick über den Zaun, denn Dr. Barbian berichtet in einem Beitrag über seine Reisen mit Hilfe des Goethe-Instituts zu öffentlichen Bibliotheken in den USA, der Volksrepublik China und Russland. Von dort nahm er zahlreiche Anregungen mit, so geht darauf auch der Werbespruch "Eine Liebe fürs Leben" zurück - besonders passend, da nicht nur viele Mitarbeiter, sondern auch viele Kunden dem Duisburger Haus über Jahrzehnte treu bleiben.

Erwähnt werden muss die ebenso ansprechende wie übersichtliche Gestaltung durch den bei den Publikationen der Duisburger Stadtbibliothek bewährten Grafiker Jörg Spengler. Vor allem sind die zahlreichen, zum Teil historischen Fotos glasklar wiedergegeben.

Grußworte schrieben Dr. Martin Fasselt, Vorsitzender des Kuratoriums der Duisburger Bibliotheksstiftung, der Volksbank-Chef Thomas Diederichs als Vorsitzender des Vereins für Literatur sowie Oberbürgermeister Sören Link, der darauf hinweist, dass die Duisburger Stadtbibliothek als meistbesuchte Bildungs- und Kultureinrichtung der Stadt "ein wichtiger und unverzichtbarer Meilenstein auf dem Weg zur Chancengleichheit" ist.

Dr. Jan-Pieter Barbian schreibt in seiner Einleitung einen kurzen, aber prägnanten Satz zum Selbstverständnis der Einrichtung, die er seit 1999 leitet: "Eine öffentliche Bibliothek ist ein ausgesprochen arbeits- und personalintensives Dienstleistungsunternehmen zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger." Das Buch "Vom Sachsenspiegel bis zum eBook" biete, so Barbian, die Gelegenheit, auf zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufmerksam zu machen, "die in der Vergangenheit ebenso wie in der Gegenwart ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und einen Großteil ihrer Lebenszeit für dies wichtige Duisburger Kultur- und Bildungseinrichtung eingesetzt haben beziehungsweise weiterhin einsetzen".

Das Hardcover-Buch mit 336 Seiten erschien im Essener Klartext Verlag und kostet im Buchhandel 24,95 Euro. ISBN: 978-3-8375-1521-3

Quelle: RP
 
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