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Duisburg
Von der Straße auf den richtigen Weg

Duisburg. Jugendliche, die Probleme haben, können sich in Duisburg an Streetworker wenden. Die stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite, begleiten sie bei Behördengängen und hören manchmal einfach nur zu. Anton Schmidt ist einer von ihnen. Von Carolin Skiba

Jugendhilfe, Beratung, Projekte, steht auf der Visitenkarte von Anton Schmidt und beschreibt ziemlich genau, was der 33-Jährige beruflich macht. Er ist Streetworker und bildet gemeinsam mit seiner Partnerin Katharina Reich eins von acht Teams, die sich um sämtliche Belange Duisburger Jugendlicher kümmern.

Reich und Schmidt sind das Streetwork-Team Mitte-Süd. "Wir haben Jugendliche hier aus dem kompletten Einzugsgebiet. Auch aus Neudorf oder Duissern, die ja eigentlich nicht so den Ruf des sozialen Brennpunkts haben", sagt Schmidt auf die Frage, woher denn die meisten seiner "Klienten" kommen. So wie die Bevölkerungsstruktur im Stadtgebiet ist, so sei auch die Klientel. Das könne man pauschal nicht sagen. Genauso, wie man kaum benennen könne, was für Jugendliche kämen, und um Hilfe bitten. "Das ist ganz unterschiedlich, sehr oft kommen Jugendliche mit Wohnungsproblemen. Man würde es ihnen aber nicht unbedingt ansehen, wenn man ihnen auf der Straße begegnet", sagt der Streetworker. Denn wohnungslos, oder davon bedroht, sei nicht das Gleiche, wie Obdachlosigkeit. Schmidt: "Das bedeutet nicht, dass sie auf der Straße schlafen. Die kommen dann bei Freunden unter und gehen auch meistens noch zur Schule."

Ein Grund für drohende Wohnungslosigkeit sei beispielsweise eine Trennung der Eltern. Manchmal wüssten die Jugendlichen einfach nicht, wie sie die Wohnungssuche und damit verbundene Behördengänge angehen sollen. In anderen Fällen hätten sie zwar einen Plan, bräuchten aber schlicht jemanden zum reden, oder einen Antrieb von außen. Die Gründe, weshalb Jugendliche im Streetwork-Büro an der Königgrätzer Straße 36 vorbeischauen, seien vielfältig. Ob Behördengänge, Probleme zuhause oder etwas ganz anderes, willkommen ist jeder. Schmidt: "Wir urteilen nicht, egal, ob jemand Drogenprobleme hat oder wie der Jugendliche in eine Situation geraten ist, wir helfen trotzdem." Oder versuchen es, denn nicht bei allen Problemen können die Streetworker helfen. Dann können sie aber auf ein breites Netzwerk zurückgreifen und an die richtigen Ansprechpartner weitervermitteln. Schmidt beschreibt das Angebot, das sie den rund 100 bis 120 Neuzugängen und "alten Hasen" im Alter von 14 bis 26 pro Jahr machen, als sehr niederschwellig. "Wir sind wie Feuerwehrleute, bei uns geht es darum, in schwierigen Situationen Hilfe zu leisten." In erster Line sei es der Versuch, ein selbstständiges Leben zu ermöglichen. Und wenn es schon hilft, einfach zu reden, dann sei das auch ok.

Neben der Beratung und Hilfe versuchen die Streetworker aber auch, Freizeitangebote zu schaffen. "Wir haben viel mit der Graffiti-Szene zu tun und organisieren auch mal Skate-Events. Wir gucken, was die Jugendlichen brauchen und was es nicht so häufig gibt."

Schmidt, der studierter Soziologe ist, gefällt die Arbeit mit den Jugendlichen. "Es ist ein angenehmer Job und vor allem ist die Arbeit sehr dankbar. Denn die Jugendlichen kommen ja freiwillig und sind froh, wenn ihnen geholfen wird."

Quelle: RP
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