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Duisburg
Von neuem Haltepunkt in die Ferne

Duisburg: Von neuem Haltepunkt in die Ferne
Von Fernbussen war zwar beim Ortstermin nichts zu sehen, dennoch freut sich die Stadtspitze darüber, dass der neue Busbahnhof nun in Betrieb ist. FOTO: Reichwein
Duisburg. Seit gestern steuern die Busunternehmen den neuen Fernbusbahnhof an der Mercatorstraße an. Der provisorische Halt an der Otto-Keller-Straße ist damit Vergangenheit. Von Hildegard Chudobba

Die Mercatorstraße gehört zur Zeit nicht zu den am meisten befahrenen Straßen in der Innenstadt. Denn noch bestimmen zwischen dem ehemaligen Kreisverkehr Koloniestraße und der Einmündung in die Königstraße Baustellen das Bild. Immerhin eine von ihnen ist nun Vergangenheit. Der neue Fernbusbahnhof südlich des Intercityhotels ist fertig. Ein Grund für ein Fest war das gestern nicht, wohl aber für den Besuch des Oberbürgermeisters und seines Planungsdezernenten.

Auf der leeren Fläche - Reisebusse trafen während ihres Aufenthaltes dort nicht ein - schauten Sören Link und Carsten Tum auf acht Wartehäuschen, die von den Bussen angesteuert werden können. 110 seien es im Schnitt pro Tag in der Sommersaison, sagt Anton Koller, Geschäftsführer von Octeo (die städtische Tochter ist zuständig). Und er wusste auch zu berichten, dass 34 Buslinien Duisburg mit Berlin, Hamburg, München und anderen Metropolen verbinden, die die Reisebusunternehmen ansteuern. Am nördlichen Ende des Fernbusbahnhofs regelt eine Ampel den Verkehr und stellt sicher, dass die Busse nach links in Richtung Koloniestraße/A59 abbiegen können. Einen anderen Weg sollen sie auch dann nicht einschlagen, wenn die Mercatorstraße wieder baustellenfrei ist.

Sören Link und Carsten Tum mögen sich gestern gefreut haben, dass sie hinter das Projekt ein "Erledigt" schreiben können. Noch mehr Begeisterung aber wird die gestrige Eröffnung wohl bei den Anwohnern der schmalen Otto-Keller-Straße hervorgerufen haben. Denn dort, an der Ostseite des Hauptbahnhofs, hielten die Reisebusse vorübergehend und sorgten regelmäßig für Staus, Verkehrslärm und Abgase. Die Straße wird nun ebenso umgebaut wie der Vorplatz am Neudorfer Bahnhofsausgang. Noch bedarf es viel Fantasie, man vorzustellen, dass Duisburg-Besucher künftig auf der Innenstadtseite des Hauptbahnhofs eine schöne Visitenkarten der Stadt zu sehen bekommen: Erst Ende nächsten Jahres werden alle Baustellen auf der Mercatorstraße, auf der Friedrich-Wilhelm-Straße und auf der Bahnhofsplatte beendet sein. Noch herrscht dort (für Laien) Chaos aus Absperrungen, provorischen Trampelpfaden, ganz oder teilweise gepflasterten Flächen. Immerhin müssen diejenigen, die aus dem Bahnhof zum Fernbusbahnhof wollen, ihre Rollkoffer nicht durch dieses Durcheinander ziehen. Sie können am Bahnhofsgebäude vorbeilaufen und dann die neue Fußgängerbrücke über die A59 in Höhe des B&B-Hotels nutzen.

Und die Autofahrer, die ihre Lieben zum Busbahnhof bringen wollen, wie kommen sie ans Ziel? Sie verlassen die Stadtautobahn am besten an der Koloniestraße und gelangen von dort auf einen kleinen Parkplatz am Kopf des neuen Fernbusbahnhofes, auf dem sie dann kurz bleiben können fürs Verabschieden, Küsschen geben und Gepäckausladen. Irgendwann in der nächsten Zeit soll am Rande des neuen Haltepunktes auch das angekündigte "Büdchen" gebaut werden, an dem es Reiseproviant, Fahrtkarten etc gibt sowie ein Stilles Örtchen. Und entlang der Seite zur Stadtautobahn wird die Stadt zudem mit Baumpflanzungen (im Herbst geplant) für Sicht- und Sonnenschutz sorgen.

Gekostet hat der Busbahnhof übrigens 1,7 Millionen Euro (die Kosten für das kleine Servicegebäude schon eingeschlossen), von denen die Stadt zehn Prozent selber übernehmen musste.

Quelle: RP
 
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