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Duisburg
Was kommt nach der "Willkommenskultur"?

Duisburg. Kriege, Vertreibungen, Hungersnöte und Menschenrechtsverletzungen weltweit zwingen 65 Millionen Menschen zur Flucht, davon 23 Millionen ins Ausland. Seit Anfang 2015 sind mehr als eine Million Geflüchtete nach Europa gekommen. Mehrere 1000 Menschen warten zur Zeit in Griechenland und Italien, möchten aber weiter nach Deutschland, Dänemark und Schweden. Es wird versucht, eine gemeinsame europäische Lösung zu finden. Von Ingo Hoddick

In Deutschland sind von der Flüchtlings-Situation vor allem die Kommunen betroffen, die für die Finanzierung, Unterbringung, Versorgung und Ernährung sowie die soziale Betreuung und Integration der Flüchtlinge zuständig sind. Nachdem die geflüchteten Menschen ihr eigenes Leben gerettet haben, wünschen sie sich hier ein selbstbestimmtes Leben, die Kinder in Sicherheit zu wiegen und ihnen eine gute Zukunft anzubieten, arbeiten zu können oder auch zu studieren.

Wie das geht, darüber diskutierte jetzt im überfüllten großen Saal im Evangelischen Gemeindehaus Neudorf-West die Veranstaltung "Welcome refugees - Und jetzt?" Die beiden wichtigsten Organisatoren waren "Europe direct", der Bürgerinformationsservice der Stadt Duisburg, und der Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW, zugleich Chef der Staatskanzlei. "Duisburg kann Integration, braucht aber mehr Unterstützung von Bund und Land", fasste Bürgermeister Erkan Kocalar die Situation zusammen. In unserer Stadt leben Menschen aus 163 Nationen, davon derzeit 6600 Flüchtlinge. Hier werden seit mehr als einem Jahrhundert erfolgreich Zuwanderer integriert, hier gibt es daher auch besonders viel ehrenamtliches Engagement in diesem Bereich. Aber natürlich läuft nicht alles rund dabei, wie es im Gemeindehaus eine studentische Theatergruppe mit ihrem Theaterstück "Bewilligung A38" pointierte - nach jener Episode bei "Asterix und Obelix" über ein nicht existierendes Formular, wegen dem man von Pontius zu Pilatus geschickt wird. "Wir haben keine Flüchtlingskrise, sondern eine Verwaltungskrise", meinte die Landtagsabgeordnete Jutta Velte (Bündnis 90/Die Grünen). Der junge Duisburger Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir (SPD) erklärte, er sei auch nicht immer mit allem einverstanden, was in Berlin beschlossen werde: "Ich kann nicht verstehen, warum Menschen bestraft werden sollen, die keinen Sprachkurs besuchen, weil dort keine Plätze mehr frei sind."

Quelle: RP
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