| 00.00 Uhr

Duisburg
Was wir Duisburg für 2016 wünschen

Duisburg: Was wir Duisburg für 2016 wünschen
Prosit Neujahr! FOTO: Eine Collage von RP-Fotograf Christoph Reichwein.
Duisburg. In Duisburg liegt Vieles im Argen und die Stadt hat nach wie vor einen ziemlich schlechten Ruf. Doch vielleicht bricht im Neuen Jahr eine Zeit an, bei der das Wünschen noch hilft . . . Von Hildegard Chudobba

Träume sind Schäume, und nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung. Aber man kann es ja mal versuchen:

Der MSV kommt nicht nur aus dem Tabellenkeller raus, sondern er schafft es tatsächlich, sich am Ende dieser Saison auf den 15. Tabellenplatz zu retten. Nach der Sommerpause startet er richtig durch und schafft es, bis zum Winter im oberen Tabellendrittel zu bleiben.

Der Zoo freut sich an 365 Tagen über das optimale Besucherwetter. Ein Sponsor hat Mitleid und finanziert den Bau eines neuen Affenhauses. Und die beiden vor Weihnachten geboren Delfinbabys entwickeln sich prächtig und wagen an Mutters Seite die ersten mutigen Sprünge vor Zuschauern.

Die Kultur in der Stadt blüht auf. Die Duisburger entdecken, wie spannend es im Museum sein kann, kaufen fleißig Eintrittskarten für das Theater der Stadt. Und eine "Best of"-CD der Duisburger Philharmoniker wird zum Kassenschlager in den Fachgeschäften, mmmmm.

Duisburgs Jahresrückblick 2015

Die Rathauspolitik setzt Zeichen für den Aufschwung Duisburgs. Sie genehmigt unter anderem eine breit angelegte Imagekampagne, mit der sie bundesweit positiv auffällt und die dazu beiträgt, dass Auswärtige neugierig auf Duisburg werden.

Die Asylbewerber werden in Duisburg heimisch und finden bei den "Eingeborenen" viele Sympathien. Aus lauter Frust über den Rückhalt für die Flüchtlinge verziehen sich die Neonazis und Pegida-Anhänger.

Die Polizei zeigt überall im Stadtgebiet deutlich Präsenz. Weil Rocker und andere kriminelle Banden in anderen Städten ihr Unwesen treiben, hat sie mehr Kapazitäten, um Einbrechern das Handwerk zu legen und bei den Bürgern das Gefühl zu verstärken, dass Duisburg eine sichere Stadt ist.

Die Agentur für Arbeit meldet sinkende Arbeitslosenzahlen. Duisburg kann nach langer Zeit die rote Laterne abgeben, und bis zum Jahresende rutscht die Arbeitslosenquote unter zehn Prozent.

Die Köpfe des Jahres in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein (REI)

Die Wirtschaft fühlt sich in der Stadt wohl und zeigt dies mit mutigen Investitionen. Sie schafft neue Arbeitsplätze. Und die Unternehmen schwärmen so sehr vom hiesigen Standort, dass neue Arbeitgeber hierher umziehen.

Die Stadtverwaltung zeigt an ihrer Spitze Kompetenz. Ungeachtet von politischen Zugehörigkeiten werden Führungsstellen mit Leistungsträgern besetzt. Mit pfiffigen Ideen und Durchsetzungsvermögen werden wichtige Projekte schnell realisiert.

Die städtischen Unternehmen beweisen, dass all die Neustrukturierungen der Vergangenheit sinnvoll waren. "Duisburg Kontor" entwickelt sich zu einer schlagkräftigen städtischen PR-Agentur. Der Duisburger Versorgungs- und Verkehrskonzern steuert aus der Krise und lässt am Jahresende verlauten, dass bald wieder richtig gutes Geld verdient wird und der 200 Millionen-Euro-Kredit an die Mutter Stadt schneller als erwartet zurückgezahlt werden kann.

Die Brücken und Straßen im Stadtgebiet sind nahezu "beschwerdefrei". Mit Hilfe des Investitionsprogramms sind die meisten Schlaglöcher gestopft und die dringendsten Brückenreparaturen erledigt, so dass die A40-Rheinbrücke bis zu ihrem Neubau nicht mehr gesperrt oder teilgesperrt werden muss.

Und was wünschen wir uns sonst noch? Wir legen ein bisschen von unserem so typischen Pessimismus in Bezug auf die Stadt ab, sind stolz auf alles, was hier gut funktioniert und begleiten das, was nicht so toll klappt, mit dem Hinweis, dass es schließlich überall Probleme gibt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Was wir Duisburg für 2016 wünschen


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.