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Duisburg
Wasserkonzert im Schiffsmuseum

Duisburg. Der Chor "Ruhrsonanz" trat vor ungewohnter Kulisse in Ruhrort auf. Von Volker Poley

Ein passenderes Ambiente hätte sich der Ruhrgebietschor "Ruhrsonanz" für sein Konzert nicht aussuchen können. Unter dem Titel "H2O" präsentierte der erst 2014 gegründete Chorverein im Museum der Deutschen Binnenschifffahrt in Ruhrort "Internationale Wassergesänge". Knapp 100 Konzertbesucher hatten sich links und rechts neben dem im Museum in Original-Größe ausgestellten holländischen Lastenseglers platziert, um dem außergewöhnlichen Musikprogramm beizuwohnen.

Die "Ruhrgebiets-Chorwerkstatt" hat sich der internationalen Chormusik verschrieben und verfolgt das Ziel, auf musikalischem Wege Begegnungen mit den vielfältigen im Ruhrgebiet ansässigen Kulturen zu ermöglichen.

Das Konzert gestaltete "Ruhrsonanz" gemeinsam mit Sängerinnen und Sängern des türkischen Chors "INIMB". Mit rauschenden Wellen wurden die Besucher auf das Konzert mit Liedern rund um das Thema Wasser auf originelle Weise eingestimmt. Erstaunlich realistisch wirkte die Meeres-Illusion, die Schlagwerker Ömer Bektas mit der "Ocean-Drum" erzeugte. Ungewöhnlich war, dass der Chor und die hervorragenden Solisten - besonders eindrucksvoll der iranische Santurspieler Kioomars Musayyebbi - die Empore des zum Museum umgebauten ehemaligen Jugendstil-Hallenbades als Bühne nutzten. Der Akustik tat das keinen Abbruch, die war laut Chorleiterin Corinna Müller-Goldkuhle in der ehemaligen Schwimmhalle sogar "außergewöhnlich gut". Durch den ungewöhnlichen Blickwinkel waren Teile des Chores und vor allen Dingen die Instrumental-Solisten leider nicht so sichtbar, wie es zu wünschen gewesen wäre.

Der hohen Qualität des Konzerts tat das allerdings keinen Abbruch. Das Programm war schon recht ambitioniert, die internationalen "Wasserlieder" wurden jeweils in der Originalsprache gesungen. Damit die in sieben verschiedenen Sprachen gesungenen Lieder vom Meer, von Flüssen, Wind und Wellen auch authentisch wirkten, wurde bei den vorangegangenen Chorproben mit "Sprachpaten" gearbeitet, die in einer Art "Crash-Kurs" dafür sorgten, dass die Stücke - unter anderem in Schwedisch, Polnisch, Russisch und Italienisch - originalgetreu erklangen.

Auch die japanische Sprache konnte "Ruhrsonanz" und Chorchefin Corinna Müller-Goldkuhle nicht davon abhalten, ihr Programm mit einem japanischen Fischlied zu bereichern. Viele der Lieder waren neu und eher unbekannt, den zeitlosen Megahit "Bridge Over Troubled Water" von Simon & Garfunkel kannte hingegen jeder.

Nicht nur für diese sehr einfühlsame Interpretation wollte der Beifall nicht enden. Das anspruchsvolle "Wasserkonzert" begeisterte die Besucher auch sonst, ohne Zugabe kam "Ruhrsonanz" nicht aus dem Hallenbad.

Quelle: RP
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