| 00.00 Uhr

Duisburg
Wege aus der Langzeitarbeitslosigkeit

Duisburg. Neue Impulse: Unternehmerverband, Stadt, Arbeitsagentur und Jobcenter veranstalteten eine Fachkonferenz.

Strategien zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit entwickeln, diskutieren und in die Tat umsetzen - eine Fachkonferenz unter dem Titel "Perspektivwechsel für Langzeitarbeitslose in Duisburg" veranstaltete nun der Duisburger "Runde Tisch zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit". Zum Runden Tisch gehören unter anderem die Stadt Duisburg, die Arbeitsagentur, das Jobcenter sowie der Unternehmerverband. Oberbürgermeister Sören Link eröffnete die Fachkonferenz im Haus der Unternehmer und betonte zugleich, wie wichtig es sei, dass "wir im Engagement für die Langzeitarbeitslosen nicht nachlassen". Es lohne sich, die Potenziale der betroffenen Menschen in den Blick zu nehmen. Link lobte die Arbeit des Runden Tisches: "Hierdurch gibt es in der Stadt Bewegung bei dem Thema."

"Duisburg - gemeinsam gegen Langzeitarbeitslosigkeit", so lautet die Devise des Runden Tisches, der in diesem Jahr bereits mit vielfältigen Aktionen auf das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit, aber vor allem auch auf ungenutzte Potenziale aufmerksam gemacht hat. Erst im vergangenen Monat setzte sich der Oberbürgermeister gemeinsam mit Vertretern von Arbeitsagentur, Jobcenter und Unternehmerverband ans Telefon, um bei Arbeitgebern für Langzeitarbeitslose zu werben. Mit Pinnwand-Aktionen machte der Unternehmerverband bei Veranstaltungen mit Personalverantwortlichen auf Lebensläufe von Langzeitarbeitslosen aufmerksam. Wie nötig derartige Aktionen in Duisburg sind, zeigt ein Blick auf die aktuelle Arbeitslosenstatistik. Im Oktober gab es in der Stadt 14.376 Langzeitarbeitslose. Damit ist fast die Hälfte aller Duisburger Arbeitslosen länger als zwölf Monate arbeitslos.

"Es ist der richtige Weg, das Thema immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen", sagt deswegen Ulrich Käser, Chef der Duisburger Arbeitsagentur. Mit der Fachkonferenz "Perspektivwechsel für Langzeitarbeitslose" haben wir jetzt auch über geeignete Zukunftsstrategien für diese Herausforderung diskutiert. Impulse und Diskussionsbeiträge gab es auf der Konferenz unter anderem von Wissenschaftlern des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Vom IAB berichtete Duncan Roth über die verschiedenen Facetten der Langzeitarbeitslosigkeit. Holger Schäfer vom IW verglich die Situation in Duisburg mit der in anderen Städten. Fazit der externen Impulse: Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Duisburg ist nicht einfach, doch mit einer individuellen und differenzierten Herangehensweise lassen sich durchaus Erfolge erzielen.

"Die Informationen, die wir auf der Konferenz von den Experten erhalten haben, treffen auf die Erfahrungen der Duisburger Akteure, die sich mit Langzeitarbeitslosigkeit befassen. Daraus können wir neue Ideen für Duisburg entwickeln. Perspektivwechsel heißt dabei, dass für Langzeitarbeitslose neue Perspektiven in Richtung Beschäftigung erschlossen werden sollen", so Käser. Der Geschäftsführer des Duisburger Jobcenters, Werner Rous, unterstreicht diese Vorgehensweise und ergänzt: "Wir wollen, dass Unternehmen in Zukunft noch stärker das Potenzial bei Langzeitarbeitslosen sehen. Wir müssen hier den Weg der kleinen Schritte gehen. Die Erkenntnisse der Fachkonferenz sollen dabei die richtige Richtung vorgeben."

Als besonders wertvoll empfanden die Konferenzteilnehmer die Beiträge aus der Praxis. So berichtete die Targobank über die erfolgreiche Integration von Langzeitarbeitslosen in das Unternehmen. Der Schlüssel lag auch hier in der individuellen Beratung durch das Jobcenter sowie in der Offenheit des Unternehmens beim Thema. Vertreterinnen der Mülheimer Sozialagentur berichteten von erfolgreichen Strategien in der Nachbarstadt. Auch hier setzt man mit dem "U25-Haus" auf eine starke individuelle Beratung und Begleitung insbesondere von jungen Langzeitarbeitslosen.

Der Unternehmerverband unterstützt intensiv die Arbeit des Runden Tisches Duisburg. "Auch Unternehmer können von den Erfahrungen und Talenten von manch einem Langzeitarbeitslosen profitieren. Viele sind unverschuldet in diese schwierige Situation geraten", erläutert Schmitz. Für die Wirtschaft ist jedoch auch klar: "Wir brauchen mehr Unternehmen und mehr Arbeitsplätze in der Stadt. Dafür müssen wir gemeinsam die Rahmenbedingungen verbessern."

Die Ergebnisse der von Matthias Heidmeier, Geschäftsführer Kommunikation beim Unternehmerverband, moderierten Konferenz wurden festgehalten. Sie sollen nun bei der nächsten Sitzung des Runden Tisches beraten werden. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass sich der Austausch über neue Ideen und Strategien gerade in Duisburg lohne. Die auf der Fachkonferenz diskutierten Beispiele für erfolgreiche Vermittlung geben dem Runden Tisch und seinem Engagement Rückendeckung.

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Duisburg: Wege aus der Langzeitarbeitslosigkeit


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.