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Duisburg
Wegweisende Beschlüsse

Duisburg: Wegweisende Beschlüsse
Empfang im Rathaus im Rahmen des Interreligiösen Dialogs. Die Evangelische Kirche will sich künftig noch intensiver dem christlich-muslimischen Austausch widmen. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Die evangelische Kirche in Duisburg debattierte nicht nur über das Zusammenleben mit Muslimen. Sondern sie befasste sich auch mit den immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen.

Unter anderem ging es bei der jüngsten Tagung der Synode des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg um die Verabschiedung einer Stellungnahme zum Verhältnis zu den Muslimen in Duisburg. Die Stellungnahme wurde von verschiedenen innerkirchlichen Gremien vorbereitet und beschreibt Erfahrungen, Schlussfolgerungen und Erwartungen zum christlich-muslimischen Dialogprozess in Duisburg. In der Stellungnahme wird die "gelebte Vielfalt" in Duisburg ausdrücklich begrüßt. Gleichzeitig werden aber auch Irritationen, Probleme und Konflikte benannt. Als Religionsgemeinschaften, so heißt es in der Stellungnahme, seien Muslime wie Christen gefordert, "unsere religiösen Gemeinsamkeiten und Unterschiede klar zu vermitteln. Wir müssen uns gemeinsam den sozialen und politischen Herausforderungen stellen und vor allem gemeinsam daran arbeiten, dass sie nicht als religiöse Probleme missverstanden werden." Und weiter: "Wir stellen uns öffentlich gegen diejenigen Strömungen, die sich antisemitisch positionieren, die ihren Glauben mit nationalistischen Bestrebungen verquicken oder die sich für Gewaltausübung zur Unterdrückung Andersdenkender aussprechen. Mit ihnen wird es definitiv keine Zusammenarbeit geben."

Beschlossen wurde auf der Tagung, dass eine neue Konzeption zur Notfallseelsorge erstellt werden muss, die auch den Einsatz von Ehrenamtlichen und entsprechenden hauptamtlichen Stellenanteilen vorsehen soll. Aufgrund geringer werdender Pfarrstellen, steigender Belastungen von Gemeindepfarrerinnen und -pfarrern sowie kreiskirchlicher Pfarrerinnen und Pfarrer sei die Gewährleistung der bisherigen Arbeit der Notfallseelsorge im Kirchenkreis nicht mehr möglich. Es entstünden große Lücken im Dienstplan, die selbst durch doppelte und mehrfache Dienste Einzelner nicht mehr zu schließen seien. Diese Situation werde sich durch zunehmende Ruhestände von Pfarrerinnen und Pfarrern noch verschärfen.

Um die Pfarrstellensituation ging es auch beim Thema Zusammenarbeit der Gemeinden in den Regionalen Kooperationsräumen. Zu solchen haben sich 2014 fünf Gemeinden des Duisburger Südens, vier in der Mitte der Stadt und sechs im Norden zusammengeschlossen. Das Ziel ist es, zu einer gemeinsamen Personal- und Gebäudeplanung kommen. Die Synode beschloss nun, dass die Regionen über ihre Planungen alle zwei Jahre Bericht erstatten. Dazu gehören auch Stellenbeschreibungen für die in 2030 verbleibenden Pfarrstellen, die noch erstellt werden müssen. Der Rahmenplan Pfarrstellen ergibt, dass im Jahr 2030 für die Besetzung einer Pfarrstelle eine Gemeinde rein rechnerisch 3777 Mitglieder aufweisen muss. Bei dem zu erwartenden Rückgang der Gemeindegliederzahlen wird es im Bereich des Kirchenkreises Duisburg 2030 nur noch die Hälfte der jetzigen Pfarrstellen geben. Die Synode beschloss zudem, dass die Regionen ihre Arbeit an einer Gebäudekonzeption weiter konkretisieren sollen. Daraus soll hervorgehen, welche Gottesdienststätten und Gemeinderäume im Jahr 2030 noch vorgehalten werden können.

Zudem sollen die Regionen Konzepte erarbeiten, welche Arbeitsfelder und -schwerpunkte sie im Jahr 2030 setzen möchten. Eine Zukunftswerkstatt der Nordgemeinden Ende diesen Jahres soll zu konkreteren Überlegungen führen. Die Region Mitte plant, dass die vier Gemeinden bis 2024 eine Gesamtgemeinde bilden wollen mit bis zu drei sonntäglichen Predigtstätten und der notwendigen Anzahl von Gemeinderäumen. In der Süd-Region werden fünf Pfarrstellen, über die sie im Jahr 2030 verfügen wird, fünf Kirchen gegenüber stehen. Allerdings sollen auch weiterhin Gemeindehäuser als Predigtstätten genutzt werden.

Die nächste Tagung der Synode findet am 10./11. November statt.

Quelle: RP
 
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