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Duisburg
Wenn Implantate den Alarm am Flughafen auslösen

Duisburg. Oberarzt Nabil Abdel-Jalil vom Helios Klinikum Duisburg rät allen Betroffenen, den dazugehörigen Pass jederzeit bei sich zu tragen.

Für viele Duisburger beginnt der Urlaub am Flughafen. Doch bei einigen wird die Vorfreude schon getrübt, bevor die Maschine überhaupt abgehoben hat: Während der Sicherheitskontrolle schlägt der Metalldetektor an, das Personal ist alarmiert und der Betroffene irritiert. Gürtel, Uhr, Handy, Schlüssel - eigentlich war doch alles auf dem Band. "Dass die Ursache tiefer liegen könnte, kann Reisende kalt erwischen. Etwa wenn Operationen, bei denen medizinisches Material eingesetzt wurde, schon Jahre her sind", sagt Nabil Abdel-Jalil, Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie am Helios Klinikum Duisburg. Denn viele Implantate beinhalten metallene Elemente. Künstliche Gelenke zum Beispiel bestehen vielfach aus einer Materialkombination von Titan- oder Stahllegierungen, Keramik und Kunststoffen. "Da kann der Alarm in der Röntgenkontrolle trotz des darüberliegenden schützenden Gewebes anschlagen."

Schwierig wird es mitunter, wenn Betroffene den strengen Kontrolleuren im In- und Ausland nicht die dazugehörigen Papiere zu ihren "metallenen Begleitern" vorlegen können. Prothesenträger sollten ihren Implantats-Ausweis griffbereit haben. "Diesen Gelenkpass stellen die Kliniken aus, die auch die jeweiligen Operationen durchgeführt haben", so der Mediziner.

Wer ein künstliches Gelenk ohne einen Pass bekommen hat, sollte unbedingt in seinem Krankenhaus danach fragen. Vermerkt ist dort die Größe der Prothese, Material, Alter, Datum und an welcher Stelle des Körpers das Implantat sitzt. Der Ausweis ist in der Regel mehrsprachig, so dass er auf Reisen problemlos verwendet werden kann.

Falls das Dokument bei Reiseantritt nicht vorliegt, kann in manchen Fällen auch ein entsprechendes Röntgenbild nach erfolgter Operation oder eine englischsprachige Bescheinigung des Arztes ausreichen, um das Vorhandensein und die Lage der Metallimplantate beweisen zu können. Betroffene müssen hier aber auf das Entgegenkommen des Sicherheitspersonals hoffen. Prinzipiell sollten Patienten mit Metallimplantaten grundsätzlich etwas mehr Zeit für den Check-in einplanen. Gleiches gilt für Eingriffe an der Wirbelsäule oder den Gliedmaßen, bei denen Platten, Schrauben oder Stäbe zur Stabilisierung verwendet wurden. Abdel-Jalil rät allen Patienten, die Implantate in der Wirbelsäule haben, sich von der Klinik ebenfalls einen Ausweis geben zu lassen. Auch Herzschrittmacher oder Schmerzpumpen können sich bemerkbar machen und sollten mit den dazugehörigen Dokumenten belegt werden können. Übrigens gilt: Für Erstere bedeuten die Metalldetektoren beim zügigen Durchschreiten grundsätzlich keine Gefahr. Die Magnetwellen beeinflussen die Funktion eines Schrittmachers in der Regel nur, wenn er ihnen über einen längeren Zeitraum ausgesetzt ist. Und selbst dann fährt er zunächst in den Sicherheitsmodus zurück. Die Neueinstellung des Schrittmachers sollte dann aber ein Arzt übernehmen.

Quelle: RP
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