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Duisburg
Werhahn-Mühle gehört der Volksbank

Duisburg. Die alte Mühle hat einen neuen Besitzer gefunden. Das Haus ist gut vermietet. Das gilt auch für den angrenzenden Werhahnspeicher mit dem Kindermuseum Explorado, von dem sich die GEBAG trennen will. Von Hildegard Chudobba

Das Backsteinhaus am Philosophenweg hat einen neuen Besitzer, die Volksbank Rhein-Ruhr. Nach dem Erwerb und dem Umbau der ehemaligen Alltours-Zentrale an der Schifferstraße, investiert die Genossenschaftsbank damit erneut in das Gebiet am Innenhafen.

Thomas Diederichs, Sprecher des Vorstandes bezeichnete gestern dieses Engagement als ein "für uns wichtiges und gut zu uns passendes Investment in der unmittelbaren Nachbarschaft." Als regionale Bank fördere und investiere sein Haus in das regionale Umfeld. "Uns liegt die Sicherung dieses wichtigen Objektes für die Region sehr am Herzen."

Vor sechs Jahren hatte "Alltours" für 17 Millionen Euro bei einer Zwangsversteigerung den Zuschlag für die Werhahn-Mühle im Innenhafen bekommen und das Gebäude als Erweiterungsfläche vorgehalten. 2013 beschloss der Reiseveranstalter, nach Düsseldorf umzuziehen. Neuer Eigentümer des Alltours-Hauses wurde die Volksbank Rhein-Ruhr. Sie gab im Gegenzug ihren Standort an der Düsseldorfer Straße auf und baute ihr neues Gebäude an der Schifferstraße aufwändig um.

Das Backsteingebäude am Philosophenweg wurde 1896 von der eingesessenen jüdischen Familie Cohen gebaut. Damals galt der Innenhafen als Kornkammer des Ruhrgebiets. 1936 übernahmen die "Rheinischen Mühlenwerke Werhahn" die Mühle. Bis in die 1990er Jahre wurde hier noch Getreide gelagert.

Die Weiterentwicklung des Innenhafens in den 1990er Jahren zu einem Ort zum Wohnen, Leben und Arbeiten hatte zur Folge, dass dieses Gebäude komplett umgewidmet wurde. Die Baugesellschaft Franz Brüggemann baute es zu Ausstellungsflächen, Büro-, Gastronomieräumen und Arztpraxen um. Der gesamte Gebäudekomplex mit rund 27.000 Quadratmetern fügte sich in den von Sir Norman Foster entwickelten Masterplan für das stadtnahe Gebiet am Wasser ein.

Die Duisburger Wohnungsgesellschaft Gebag übernahm nebenan den umgebauten Speicher, in den das Atlantis-Kindermuseum einzog. Nach dessen Pleite zog Lego Discovery in das Haus, verließ es aber nach kurzer Zeit wieder in Richtung Oberhausener CentrO. Mit dem "Explorado" fand sich ein neuer Nutzer, der kindgerechte Freizeit- und Bildungsangebote unterbreitet. Die Investition in den alten Kornspeicher hätte der Gebag fast den Hals gebrochen, weil die Kosten aus dem Ruder liefen, aber die erhofften Mieteinnahmen ausblieben. Zudem müssen nach der Schließung von "Atlantis" Fördermittel ans Land zurückgezahlt werden. Derzeit versucht sich die GEBAG von diesem Teil des Werhahn-Komplexes zu trennen, angeblich wird das in Kürze spruchreif.

Quelle: RP
 
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