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Duisburg
Werkstatt gehört zu den "TOP 100"

Duisburg. Die Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung wurde als Top-Innovator 2017 ausgezeichnet und gehört damit zu den 100 innovativsten Unternehmen im Mittelstand in ganz Deutschland. Von Charlotte Raskopf

Noch vor einigen Jahren war die Duisburger Werkstatt für Menschen mit Behinderung relativ unbekannt. Das änderte sich in den vergangenen Jahren mit den Gastronomiebetrieben "Der kleine Prinz" und "Ziegenpeter", mit dem Modelabel "esthétique" und der Ladengalerie "Ars vivendi" grundlegend.

Die Auszeichnung als Top-Innovator wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Dr. Nikolaus Franke vom Institut für Entrepreneurship und Innovation der Wirtschaftsuniversität Wien vergeben. Dabei überzeugte das Innovationsmanagement der Werkstatt mit ausgezeichneten Ergebnissen. "Das ist der pure Wahnsinn! Wir gehören damit ja nicht nur zu den hundert besten Behindertenwerkstätten, sondern zu den hundert besten Unternehmen in Deutschland. Sowas hat man nur einmal im Leben", freut sich Roselyne Rogg, Geschäftsführerin der Werkstatt für Menschen mit Behinderung Duisburg.

Die ehemalige Steuerberaterin begann vor sieben Jahren damit, das angestaubte Image der Behindertenwerkstätten zu verändern und die bis dahin unbekannten Werkstätten in Duisburg bekannter zu machen. Zu Beginn habe man ihr dabei gesagt, so funktioniere ein Behindertenwerkstatt nicht. Ihre Antwort darauf: "Ab jetzt schon."

Innovation bedeutet dabei für sie vor allem, sich Dinge zu trauen, vor denen andere zurückscheuen. "Wir zeigen, dass Behindertenwerkstätten innovativ sein können", sagt die Geschäftsführerin. Die meisten Ideen für neue Projekte kommen aus dem Unternehmen selbst, aber auch Anregungen von außen werden miteinbezogen. So war es zum Beispiel bei der Entwicklung des Modelabels, bei der in Zusammenarbeit mit Designstudenten eigene Produkte kreiert und verkauft wurden. Das Projekt sei dabei auch ein Kontaktpunkt, da Studenten etwas über die Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung lernen und diese wiederum für ihre Arbeit wertgeschätzt würden, so Rogg.

Im Unternehmen gibt es eine Mitarbeiterin, die sich ausschließlich mit Innovationen beschäftigt und im engen Kontakt mit den Führungskräften steht. Darüber hinaus arbeitet die Werkstatt mit einer Werbeagentur zusammen, mit der sie unter anderem ihre Unternehmensvision 2025 gestaltet hat: Die wfbm möchte möglichst vielen Menschen mit Benachteiligung in Arbeit bringen. Daher lautet das diesjährige Motto der Werkstatt auch "Wie können wir möglichst viele Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln?".

"Der größte Dank neben der öffentlichen Anerkennung ist der, dass Menschen mit Behinderung unglaublich stolz sind auf das, was sie leisten", sagt Roselyne Rogg. Und erfolgreich sind die Projekte der Werkstatt allemal. Das Unternehmen beschäftigt inzwischen 1300 Menschen mit und ohne Behinderung.

Zu der Modenschau, auf der die eigene Kollektion vorgestellt wurde, kamen 300 Gäste und das Label "esthétique" ist bereits über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt. Die Großküche, die täglich bis zu 1500 Mahlzeiten ausgibt, verwendet mindestens 30 Prozent frische und regionale Lebensmittel und beschäftigt einen Küchenchef, der zuvor in einem Sternerestaurant gearbeitet hat.

Roselyne Rogg hat jedoch noch weitere Pläne für die Werkstatt: Das Konzept der Ladengalerie soll auch in anderen Städten und Ländern verwirklicht werden, denn auch dort gebe es einen großen Bedarf, Menschen mit Behinderung in Arbeit zu bringen, sagt die Geschäftsführerin.

Quelle: RP
 
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