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Duisburg
"Why Nachten?": Weihnachten von den Ursprüngen bis heute

Duisburg: "Why Nachten?": Weihnachten von den Ursprüngen bis heute
So kennen ihn die meisten: Der Kölner Kabarettist Jürgen Becker war zu Gast im Steinhof in Huckingen. FOTO: Simin Kianmehr
Duisburg. Mit einem freundlichen "Dann woll'n wir uns mal einen schönen Abend machen" begrüßte Jürgen Becker in bekannter Manier die über 500 Besucher im Huckinger Steinhof. Von Volker Poley

Diesmal war der aus dem Fernsehen und Hörfunk ("Mitternachtsspitzen", "Frühstückspause") bekannte Kölner Kabarettist aber nicht mit seinem Soloprogramm unterwegs, sondern in Begleitung des WDR-Journalisten Martin Stankowski und des Jazz-Blechbläserquartetts "Talking Horns".

Entsprechend der Jahreszeit widmeten sich Becker und Stankowski dem Thema Weihnachten mit all seinen Facetten. "Why Nachten?" haben die beiden Entertainer ihr Bühnenprogramm betitelt, die unter der Überschrift kurzweilig und humorvoll die Geschichte des Weihnachtsfestes von den Ursprüngen bis heute betrachteten. Bei ihrer satirischen Aufarbeitung des Themas nahmen die beiden Kölner natürlich auch die diversen "Religionsanbieter" ins Visier.

"Religionen sind Zufall", behauptet Becker, "kommt drauf an, wo man geboren wurde, da kann keiner wat dafür." Welche Auswirkungen das haben kann, machte er am Beispiel der ehemaligen Ratsvorsitzenden der EKD Margot Käßmann deutlich: "Wär' die in Mekka geboren, hätte die kein Alkohol getrunken und wäre heute noch im Amt." Der Kabarettist machte sich auch Gedanken, wie es einem katholischen Pfarrer ergehen würde, wenn er aus Versehen im islamischen Himmel landen und dort 72 Jungfrauen vorfinden würde: "Soviel Haushälterinnen braucht der nun wirklich nicht."

Die Talking Horns sorgten mit ihrer jazzigen Interpretation bekannter Weihnachtslieder dafür, dass Aussagen dieser Art erstmal sacken konnten, bevor die nächsten Erkenntnisse in Sachen Weihnachtsfest die Besucher verblüfften.

Stankowski erläuterte, dass der 24. Dezember unter dem historischen Blickwinkel absolut nichts mit Jesus' Geburtstag zu tun habe. Dass das Weihnachtsfest in der dunklen Jahreszeit gefeiert wird, habe mit den alten Germanen zu tun, die um diese Zeit mit dem Julfest die Wintersonnenwende einläuteten. Das nutzten die Römer als neue "Religionsanbieter" und etablierten statt des "Fests des Lichts" bei der Christianisierung kurzerhand das Weihnachtsfest, erläuterte Martin Stankowski ("Die haben den Germanen das Fest einfach geklaut"). Der Hörfunk-Journalist trug auch Erhellendes zu vermeintlichen Weihnachtsliedern bei: "Wussten Sie, dass die Anhänger des FC Chelsea die Melodie von "O Tannenbaum" für ihren Fan-Gesang nutzen?".

Auch das Lied "Maria durch ein Dornwald ging", das der Talking-Horn-Saxophonist Andreas Gilgenberg brillant interpretierte, sei ein westfälisches Pilgerlied und habe mit Weihnachten nichts zu tun. Auch das Verhalten von Papst Franziskus, dessen Bescheidenheit auch Becker imponiert, blieb nicht unkommentiert: "Der Papst betet täglich vier Stunden. Zwei Stunden für den Weltfrieden und zwei, dass sein alter Ford Focus anspringt." Den Bogen zum Karneval fanden die beiden Rheinländer natürlich auch ("Weihnachten stört die Karnevalisten eigentlich nur mitten in der Session").

Und falls der Rheinische Karneval, wie angedacht, zum Weltkulturerbe erhoben wird, vermutet Becker: "Dann sind die Karnevalssitzungen nur noch auf Arte zu sehen."

Quelle: RP
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