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Duisburg
Widerstand gegen mögliche Schul-Schließung

Duisburg. Die Nachricht von einer möglichen Schließung des Willy-Brandt-Berufskollegs hat "wie eine Bombe eingeschlagen", beschrieb Schulleiter Dr.  Helmut Richter gestern die Stimmung im Kollegium. Von Sandra Kaiser und Sina Zehrfeld

Zwar hatte es in den vergangenen zehn Jahren immer wieder Gerüchte gegeben, doch dass die Situation jetzt akut ist und der Rat am Montag über die Zukunft der Einrichtung diskutieren wird, das hatte niemand geahnt.

Anmelde-Knick befürchtet

"Wir sind sehr betroffen", sagt Richter, der sich nicht vorstellen kann, warum gerade seine Schule geschlossen werden soll. Die Gebäude seien in gutem Zustand und bestens ausgestattet, man hatte gerade noch mal kräftig investiert.

Auch die Anmeldezahlen sind stabil – bislang jedenfalls. Richter befürchtet, dass sich die Schließungsgerüchte negativ auswirken. Die Anmeldetermine stehen vor der Tür: "Viele werden sich jetzt zweimal überlegen, ob sie sich bei uns anmelden. Und dann dreht man uns einen Strick daraus und führt rückläufige Anmeldezahlen als Grund für die Schließung an", so Richter.

70 Prozent der Schülerschaft des Willy-Brandt-Berufskollegs kommen aus Rheinhausen. Die Schule sei gerade für Jugendliche wichtig, die keinen Ausbildungsplatz bekommen hätten, oft solche mit Migrationshintergrund, meldete sich Manfred Krossa zu Wort, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung: "Diese Schule zu schließen kann nur bedeuten, dass die sozialen Spannungen zunehmen."

"Die einzige Berufsbildende Schule im Westen platt machen zu wollen finde ich das falsch Signal", sagte auch Heiner Leiße (Grüne).

Ferdi Seidelt (CDU) rechnete vor: "Die Stadt hat über die vergangenen 35 Jahre 20 Prozent ihrer Einwohner verloren." Wenn jetzt Schulen fusioniert oder reduziert werden müssten, könne man das "keinem Menschen, keiner Partei und keiner Fraktion anlasten", nahm er Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) in Schutz.

Kritik an Investitionsplänen

Man brauche jetzt "harte Argumente" für den Erhalt einer bestimmten Schule – wie den Umstand, dass Rheinhausen gar nicht an Einwohnern abgenommen habe. Die CDU werde sich der "ergebnisoffenen Diskussion stellen und jeden Populismus vermeiden".

Der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Bischoff wollte wissen, warum gleichzeitig ein neues Berufsschulzentrum in der Stadtmitte entstehen und eines in Rheinhausen geschlossen werden soll: "Entweder sinkt der Bedarf, dann braucht nicht in Duisburg investiert zu werden. Oder er steigt, dann kann man nicht über das Willy- Brandt-Berufskolleg diskutieren."

Quelle: RP
 
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