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Duisburg
Wir haben sie endlich wieder!

Die Mercatorhalle - vom Bau bis zur Schließung
Die Mercatorhalle - vom Bau bis zur Schließung FOTO: studio47
Duisburg. Um 18.07 Uhr verließen am Donnerstag die letzten Handwerker die Mercatorhalle. Wenig später feierte die Stadt dort die Wiedereröffnung. Vier Jahre lang war die "gute Stube" wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Von Ingo Hoddick

Neun Jahre nach der ersten Eröffnung, ist Duisburgs zentralste Veranstaltungs- und Kongresshalle erneut ihrer Bestimmung übergeben worden. Oberbürgermeister Sören Link nahm symbolisch den Schlüssel entgegen. Kulturdezernent Thomas Krützberg als Projektleiter plauderte aus dem Nähkästchen: "Wir hatten uns einen Zeitpuffer von drei Monaten gesetzt. Den haben wir ausgereizt bis heute um 17.57 Uhr, da kamen noch Geräusche aus Lüftungsschächten. Um 18.07 war dann alles fertig."

"Halle fettich!" nannte es der bewährt kurzweilig moderierende Duisburger Kabarettist Kai Magnus Sting. Er machte auch hintergründige Bemerkungen wie die folgenden: "2005 wurde die alte Mercatorhalle abgerissen, weil Duisburg ein Casino brauchte. Die neue hat 1746 Sitzplätze. Es wurden 1256 Baumängel entdeckt. Es hat 17 Millionen Euro gekostet, diese zu beseitigen. Zum Vergleich: Am neuen Berliner Flughafen wird seit zehn Jahren gebaut, das hat bislang 1,5 Milliarden Euro gekostet. Dafür wird dort keine Musik gemacht. Und in der Mercatorhalle starten keine Flugzeuge. Ok, die werden am Berliner Flughafen auch nie starten." Vor allem gab es ein buntes Programm "von Duisburgern für Duisburger", bei dem die "gute Stube" unserer Stadt gleich wieder zeigen konnte, was sie kann. Zunächst lief auf der großen Leinwand ein 20-minütiger Ausschnitt aus dem stummen Dokumentarfilm "Duisburg, die Hafenstadt an Rhein und Ruhr" von 1925. Dazu spielten die Duisburger Philharmoniker in kleiner Besetzung unter der Leitung von Cecilia Castagneto die eigens von Friedmann Dreßler komponierte Musik, einschließlich Klingeln der Straßenbahn (wenn eine durchs Bild fuhr) und Zitat von Johannes Brahms (als es um die Tonhalle ging, einen der Vorgänger der Mercatorhalle). Den Duisburger Liedermachern Jupp Götz und Anja Lerch gelang es, das begeisterte Publikum in der fast ganz gefüllten Mercatorhalle zum Mitsingen zu bewegen. Auch das Duisburger Pop-Duo Daniel Basso und Mirko van Stiphaut bekam viel Beifall.

Piet Klocke ist zwar nicht aus Duisburg, aber sein Auftritt war ein Höhepunkt der Wiedereröffnung. "Früher habe ich ja immer so Halbsätze... aber inzwischen habe ich eine Lebensgefährtin gefunden, die sagt dann immer die zweite Hälfte." Ein Knaller war auch hier ein Klassiker dieses Comedians: "Im Gegensatz zum Eichhörnchen wurde es beim Menschen noch nicht beobachtet, dass er ein Eigenheim baut und dann vergisst, wo." Als überraschender Schlusspunkt marschierte die Prinzengarde mit 150 Personen und klingendem Spiel in den Großen Saal ein.

Eingebettet ist die Wiedereröffnung in eine ganze Reihe von Veranstaltungen in den kommenden Tagen: Es geht weiter am morgigen Sonntag, 4. September, ab 12 Uhr, mit einem Tag der offenen Tür sowie am 7. und 8. September mit dem ersten Philharmonischen Konzert. Diese Wagner-Gala ist bereits ausverkauft.

Quelle: RP
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