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Duisburg
"Wir müssen ein Gegengewicht setzen"

Fotos: So wählte Amerika
Fotos: So wählte Amerika FOTO: afp
Duisburg. Die Welt schaut auf die Vereinigten Staaten von Amerika, die mit Donald Trump einen neuen Präsidenten bekommen. Doch was sagen Duisburger mit USA-Bezug zum Ausgang der Wahl? Von Carolin Skiba und Peter Klucken

Die Wahl von Donald Trump zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika hat die Welt in Aufruhr versetzt. Nicht nur in Amerika, auch hierzulande sieht ein Großteil der Menschen die Entscheidung der Amerikaner kritisch. So auch Andreas Klose vom Deutsch-Amerikanischen-Freundeskreis mit Sitz in Duisburg.

So erlebten Düsseldorfer die US-Wahl FOTO: Andreas Bretz

Ernüchtert sei er nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses, denn gewünscht habe er sich einen anderen Wahlausgang. "Ich hatte gehofft, dass Hillary es macht", sagt Klose. Doch verwundert sei er nicht. "Die Amerikaner interessiert, was in ihrem Land passiert, nicht, was im Ausland passiert. Sie sehen den Unternehmer Trump und was er für das Land tun kann." Klose bedauert, dass der Wahlkampf so schmutzig verlaufen ist, weil er die Menschen auseinander gebracht habe. Anhand Trumps ungewohnt "milder" Worte zu seinem Wahlsieg gestern Morgen sehe er, Klose, aber auch, dass der Wahlkampf nun vorbei und ein Wille da sei, das Land friedlich zu führen. "Trotzdem sehe ich starke nationalistische Tendenzen. Wir Deutschen versuchen, die Völkerverständigung zu fördern, schicken unsere Kinder zum Austausch in die USA und richten unsere Politik danach aus, die USA als starken Partner zu behalten." Die USA seien da mehr auf sich und ihr Land bezogen. Abschließend sagte Klose: "Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich denke, nachdem die Wahl jetzt gewonnen wurde, wird auch ein Trump, der bewusst provoziert hat, sich bemühen, die Wogen zu glätten."

Stacey Blatt, Wahl-Duisburgerin aus Kalifornien mit amerikanischem Pass, zeigte sich gestern schockiert vom Ausgang der Wahl. Da hätten sich fast alle in ihren Prognosen geirrt, auch die meisten amerikanischen Fernseh-Sender, die sie regelmäßig sehe, und auch die New York Times, deren online-Ausgabe sie täglich lese. Auch ihre beiden Söhne, die erstmals wählen durften, hätten nicht mit diesem Wahlergebnis gerechnet. Sie und ihre Söhne, die in Deutschland studieren und beide sowohl einen deutschen und einen amerikanischen Pass haben, hätten ihre Stimme per Briefwahl abgegeben. Stacey Blatt ist überzeugt davon, dass nicht nur in den USA rechtspopulistische Strömungen, Nationalismus, Fremdenhass und Rassismus stärker geworden seien. Der englische Brexit und das Aufkommen der AFD und Pegida in Deutschland seien dafür erschreckende Anzeichen. "Wir müssen einfach mehr unternehmen, um da ein Gegengewicht zu setzen", sagt die Künstlerin und soziologische Lehrbeauftragte der Universität Duisburg-Essen. Eine Möglichkeit vor Ort sei beispielsweise, die Duispunkt-Konzerte zu besuchen, die mit einem Kultur-Programm den montäglichen Pegida-Aufmärschen Paroli bieten. Das nächste Duispunkt-Konzert ist am 5. Dezember, 18.30 Uhr, auf dem Portsmouth-Platz am Hauptbahnhof.

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Quelle: RP
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