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Innenansichten Die Universität Duisburg-Essen (ude)
Wissenschaft für alle aus erster Hand

Duisburg. Seit 31 Jahren gibt es das Uni-Colleg. Dort geben Professoren der Universität Duisburg-Essen Einblicke in besondere Themen ihres Fachgebietes. Und zwar möglichst anschaulich und so, dass die Vorträge allgemeinverständlich sind. Alles kostenlos! Von Peter Klucken

Zum, man höre und staune: zum 62. Mal gibt es in diesem Semester ein Uni-Colleg. Das ist eine Veranstaltungsreihe, bei der Professoren der Universität Duisburg-Essen versuchen, besondere Themen aus ihrem Fachgebiet so darzustellen, dass sie jedermann, Interesse vorausgesetzt, verstehen kann. "Raus aus dem Elfenbeinturm!" könnte dabei die Devise sein. Ingenieure, Naturwissenschaftler, Literaturwissenschaftler, Philosophen, Mathematiker, Wirtschaftswissenschaftler und gelegentlich Mediziner versuchen, ein Kapitel aus ihrem Spezialgebiet so anschaulich wie möglich ihrem Publikum nahezubringen. Das Angebot wird genutzt: Bei jedem Uni-Colleg-Vortrag findet sich ein Stamm-Publikum ein, das durch Neuzugänge immer wieder aufgefrischt wird. "Aber es könnten durchaus noch mehr Leute kommen", meint der Physiker Prof. Dr. Rolf Möller, der zusammen mit dem Ingenieurwissenschaftler Prof. Dr. Roland Schmechel und dem Germanisten Prof. Werner Jung zurzeit die Uni-Collegs organisiert.

In jedem Semester werden sieben Uni-Colleg-Vorträge angeboten. In der Regel sind das drei aus dem Bereich der Geisteswissenschaften, wofür Prof. Jung zuständig ist. Zwei aus den Naturwissenschaften, der Domäne von Prof. Möller, und zwei aus dem Ingenieurbereich, den Prof. Schmechel verantwortet. Hinzu kommt jeweils eine Führung durch ein Uni-Institut. Prof. Möller, Prof. Jung und Prof. Schmechel haben die Aufgabe übernommen, ihre Kollegen für einen Vortrag im Uni-Colleg zu gewinnen. Die persönliche Ansprache sei dabei entscheidend. Themenvorgaben würde das Trio ihren Kollegen nicht machen. "Wir suchen zunächst einen Referenten, dem wir die Idee des Uni-Collegs nahebringen." Der könne dann sagen, welches Thema er behandeln möchte. In den meisten Fällen würden die Themenvorschläge nur noch abgenickt. "Hochschullehrer sind es ja gewohnt, zu erklären, und die meisten finden es reizvoll, auch einem fachfremden Publikum einen interessanten Aspekt oder Gedanken aus ihrem Spezialgebiet zu vermitteln", berichtet Prof. Möller.

Welche Themen besonders nachgefragt werden, kann Prof. Möller gar nicht sagen. "Uns geht es darum, die volle Vielfalt unserer Hochschule im Uni-Colleg zu repräsentieren." Wie groß die Themenpalette ist, zeigt sich im Angebot dieses Semesters. Da wurde über Nahrung und Tischsitten im 15. bis 17. Jahrhundert ebenso gesprochen wie über den "Ursprung des Lebens".

Wer glaubt, dass ein sperrig formulierter Vortragstitel Besucher abschreckt, der irrt. Ein gutes Beispiel ist der Uni-Colleg-Vortrag "Skalierbare Visualisierung" jetzt am 24. Juni. Darunter werden sich viele nichts vorstellen können. Doch ist sich Prof. Möller sicher, dass sein Kollege Prof. Dr. Jens Krüger höchst anschaulich klar machen kann, welche Wege und Lösungsmöglichkeiten es angesichts immer größer werdenden Datenmengen gibt. In der Woche darauf ist der Titel dagegen allein ein Zugpferd. Dr. Uwe Bovensiepen überschreibt seinen Vortrag griffig mit: "Alle reden von Licht, wir von Laser." Am Schluss seines Vortrag verspricht er noch "ein paar Worte zum Laserschwert". Den Schlusspunkt der Uni-Colleg-Reihe für dieses Semesters setzt am 8. Juli Christine Heil, Professorin für Kunstpädagogik und Didaktik der Kunst. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie man moderne Kunst vermitteln kann.

Zurzeit ist Prof. Möller "nur" Mitorganisator der Uni-Colleg-Reihe. Er hat aber einst selber einen Uni-Collegvortrag gehalten. Dessen Titel war eine Frage: "Kann man Atome sehen?" Ist die Antwort Ja oder Nein?, wollen wir wissen. "Eher jein", sagt Prof. Möller schmunzelnd. Es komme darauf an, was man unter "sehen" verstehe. Dagegen könne man die Frage "Kann man Atome sichtbar machen?" mit einem eindeutigen Ja beantworten. Genaueres habe er in seinem eigenen Uni-Colleg-Vortrag vor einigen Jahren dargestellt. Vielleicht werde er irgendwann einen ähnlichen Vortrag noch einmal halten. Zur Not könne er seinen Vortrag von damals noch einmal aus dem Ärmel schütteln, falls ein Referent kurzfristig seinen Vortrag absagen und er einspringen müsse. Denn auch dieses Zur-Not-Einspringen gehöre neben der Moderation zu den Aufgaben des Organisations-Trios.

Quelle: RP
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