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Duisburg
Wissenschaftler: mehr Sport für Flüchtlinge

Duisburg: Wissenschaftler: mehr Sport für Flüchtlinge
Pater Tobias (links) beim Sport mit Flüchtlingen in Neumühl. Auch für Flüchtlingskinder ist Sport sehr wichtig, FOTO: ARchiv
Duisburg. Nonverbale Kommunikation ist gerade im Sport besonders wichtig.

Für viele Flüchtlingskinder ist Sport die schönste Schulstunde. Das gemeinsame Spielen verbindet, bringt Kontakte; man versteht sich - auch ohne große Worte. Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben das Projekt "Bewegen und Sprechen" ins Leben gerufen. Mit dem sprachsensiblen Konzept sollen die neu Zugewanderten gefördert werden, während Sportlehrer entsprechendes Unterrichtsmaterial an die Hand bekommen.

Mehr Sport für die jungen Flüchtlinge fordern Prof. Dr. Ulf Gebken, Dr. Jessica Süßenbach (beide Institut für Sport- und Bewegungswissenschaft) und Dr. Claudia Benholz (Deutsch als Zweit- und Fremdsprache). "Wir wissen, dass Bewegung für die gesamte Entwicklung von Kindern wichtig ist. Sie können leichter miteinander kommunizieren, indem sie sich nonverbal über Gestik und Mimik verständlich machen", stellt Professor Gebken klar. "Die Tatsache, dass Kinder in Seiteneinsteigerklassen einiger Schulen nicht am Sportunterricht teilnehmen durften, aus Angst, sie könnten sich wegen der Verständigungsprobleme verletzen, hat unser Projekt ins Rollen gebracht."

In ausgewählten Essener und Duisburger Schulen entwickeln die UDE-Wissenschaftler nun ein Konzept für einen sprachsensiblen Sportunterricht und binden dabei gleich die Lehramtsstudierenden ein. Diese können Praxiserfahrungen sammeln. "Vor allem der Umgang mit Jugendlichen, die bislang kaum oder gar nicht zur Schule gegangen sind, fordert sie heraus", so Gebken. "Sie erarbeiten Unterrichtsideen, die von Spielen, Tanzen, Bewegungskünsten, Ringen und Raufen, Schwimmen bis zu Ritualen und nonverbalen Zeichen reichen. Dabei haben sie stets im Blick, wie die Kinder ihre kommunikativen Kompetenzen ausbauen und die mitgebrachte Sprache nutzen können." Es ist nicht leicht, sich in der Fremde zuhause zu fühlen. Alles ist anders. "Bewegung ist da ein Türöffner. Mit entsprechenden Angeboten können wir den jungen Flüchtlingen etwas mehr Leichtigkeit und gemeinsames Spielen ermöglichen. Unsere Erfahrung zeigt: Sie freuen sich auf diese für sie schönste Unterrichtsstunde."

Die Gesamtschule Duisburg-Meiderich ist an dem Projekt beteiligt. Mit weiteren Schulen ist man in Kontakt.

Quelle: RP
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