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Duisburg
Wo Duisburg 2017 schöner wird

Duisburg: Wo Duisburg 2017 schöner wird
Das zukünftige Mercator-Quartier ist zugleich eines der größten Bodendenkmäler Deutschlands. Es wirkt jetzt wie ein Steinbruch. FOTO: reichwein
Duisburg. Beim zweiten bundesweiten "Tag der Städtebauförderung" wurden am Wochenende zwei große Projekte in der Duisburger Innenstadt vorgestellt: das Mercatorquartier und die Neugestaltung des Kantparks. Von Ingo Hoddick

Zum zweiten Mal stieg am vergangenen Wochenende der bundesweite "Tag der Städtebauförderung". Die Städtebauförderung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Bund, Ländern und Kommunen. Duisburg konnte in den vergangenen vier Jahrzehnten viel von dem Programm profitieren und einige Folgen des Strukturwandels auffangen. Mit Führungen vorgestellt wurden jetzt zwei große Projekte in der Duisburger Innenstadt, die 2017 Gestalt annehmen werden: Das Mercatorquartier und die Neugestaltung des Kantparks.

Im Mercatorquartier zwischen Steinscher Gasse, Oberstraße, Rabbiner-Neumark-Weg (Obermauerstraße) und Gutenbergstraße werden zur Zeit das ehemalige Schulzentrum in der Mitte abgerissen und an den Rändern zum Teil gut erhaltene Reste der Altstadt ausgegraben. Stadtarchäologe Dr. Thomas Platz kam im Mercator-Jahr 2012 als erste Handlung im neuen Amt seiner gesetzlichen Pflicht nach, das gesamte Areal zum Bodendenkmal zu erklären - mit 26.000 Quadratmetern ist das nun eines der größten Bodendenkmäler in Deutschland.

Zum historischen Hintergrund: Spätestens ab dem 10. Jahrhundert hielten sich die deutschen Kaiser oft und lange in Duisburg auf, auch an hohen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern. Zwischen der Kaiserpfalz (heute Rathaus) und Stapeltor entstand entlang der Oberstraße eine Bebauung mit Handelshäusern, vor denen Ware gestapelt war. Ab dem 11. Jahrhundert rückte die Bebauung an den Straßenrand vor, mit bis zu sechsgeschossigen Wohntürmen wie in Regensburg oder Italien - das muss beeindruckend gewesen sein, denn außerhalb der Stadtmauern lebte man damals in eingeschossigen Bauernhäusern.

Der Kantpark soll im kommenden Jahr deutlich aufgewertet werden. FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Die ab dem 13. Jahrhundert an der Oberstraße entstandenen Gebäude blieben dann zum Teil bis 1960 erhalten. Platz: "Verbreitet ist die Vorstellung, ab dem Spätmittelalter sei Duisburg zu einer Ackerbürgerstadt heruntergekommen. Das widerlege ich hier gerade." Auch nach der Rheinverlagerung habe Duisburg einen Stadthafen gehabt, über den Steinkohle (aus Mülheim) zum Heizen angeliefert wurde - die wertvollere Holzkohle für die Schmiede und Glasmacher wurde im Duisburger Wald gewonnen.

In die etwa 200 Wohneinheiten, die im Mercatorquartier entstehen, werden die gefundenen historischen Fundamente und Keller mit einbezogen. Die oberirdische Architektur darf auch historisierende Elemente enthalten. Historisch rekonstruiert werden ein Barockpalais an der Ecke Oberstraße und Bohnengasse, Gründerzeitfassaden an der Gutenbergstraße und wie berichtet das Mercatorhaus an der Ecke Oberstraße und Steinsche Gasse.

Gleichfalls ein "Quartier", nämlich begrenzt von vier Straßen, ist der Kantpark. Zur Zeit sind vor allem die Ränder ziemlich zugewachsen und teilweise verwahrlost. Die Projektleiterin Tanja Koch erklärte, wie dort im kommenden Jahr Mauern und Zäune abgerissen, niedriges Gehölz entfernt und einige große Bäume aufgeastet werden sollen. Vor allem entsteht entlang der Friedrich-Wilhelm-Straße eine einladende Promenade mit Kieswegen und langen Bänken, die den Blick auf die Cubus-Kunsthalle und das Lehmbruck-Museum freigeben. Der Hauptweg wird bis zum südwestlichen Ende an der Realschulstraße fortgeführt und dort aus den bisherigen Parkplätzen der neue "Dell-Garten". Einige der im Laufe der Zeit entstandenen Trampelpfade bleiben erhalten, insbesondere wird aus der Abkürzung am Museum vorbei in Richtung Hauptbahnhof ein offizieller Weg.

Die starke Bürgerbeteiligung wird bei diesem Projekt weiter fortgeführt.

Quelle: RP
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