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Duisburg
Wochenende mit viel Arbeit für Polizei

Duisburg: Wochenende mit viel Arbeit für Polizei
Die Polizei in Duisburg hatte am Wochenende mächtig viel zu tun. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Duisburg. Allein sieben Raubüberfalle auf offener Straße gab es von Freitag bis Sonntag im Stadtgebiet. Daneben wurden bei einer Großrazzia fünf Männer festgenommen, die mit Drogen- und Waffen gehandelt haben sollen. Von Hildegard Chudobba

Ausgesprochen aggressiv verhielten sich am Samstag gegen 8.30 Uhr zwei 18 und 20 Jahre alte Männer, die in einem Zug von Duisburg nach Moers kontrolliert werden sollten und offenbar keine Fahrkarten hatten. Sie versteckten sich zunächst in der Zugtoilette.

Als sie wieder herauskamen, beleidigten sie den Kontrolleur, schlugen einem hinzugeeilten Helfer ins Gesicht und machten sich dann aus dem Staub. Die Polizei erwischte die beiden später am Rumelner Markt. Der 18-Jährige konnte seinen Weg fortsetzen, nachdem seine Personalien aufgenommen worden waren. Weil sein 20-jähriger Begleiter, der zur Prüfung seiner Identität mit zur Polizeiwache musste, plötzlich über Schmerzen im Brustbereich klagte, brachte ihn ein Rettungswagen ins Krankenhaus.

Zwischen Freitagabend und dem vergangenen Sonntag gab es zudem im Stadtgebiet sieben Einsätze, weil Passanten überfallen worden waren. In sechs dieser Fälle gingen die Täter massiv gegen ihre Opfer vor und bedrohten sie. Besonders brutal waren vier bewaffnete Männer, die Samstag auf der Angermunder Straße in Großenbaum einen 31-jährigen Mann überfielen und beraubten. Alle vier waren etwa 20 Jahre alt und dunkel gekleidet.

Ohne Beute machte sich ein 26-Jähriger aus dem Staub, nachdem er am Sonntag gegen 20.15 Uhr auf der Hufstraße in Hamborn eine 26-jährige Frau überfallen hatte. Er hatte sich von hinten an sie herangeschlichen und versuchte, ihr die Handtasche zu entreißen. Das scheiterte am Widerstand der Frau. Der Mann ist etwa 1,90 Meter groß, trug eine Bomberjacke und war komplett dunkel gekleidet.

Dank der Aufmerksamkeit von Ladendetektiven beziehungsweise wegen einer vorhandenen Sicherheitsschranke konnten in der Innenstadt drei Ladendiebe festgenommen werden. In einem Geschäft an der Königstraße erwischte ein Ladendetektiv einen 19-Jährigen beim Klauen, der sich illegal in Deutschland aufhält. In einem anderen Kaufhaus hielt ein Detektiv einen Mann fest, der zum wiederholten Male Bekleidung stahl und unterschiedliche Personalien angab. In einem Schuhgeschäft an der Kuhstraße flog eine Diebin auf, die versuchte, Schuhe in eine so genannte "Klauschütze", die unter der Kleidung getragen wird, zu stecken und damit das Geschäft zu verlassen. Sie scheiterte an der Sicherheitsschranke. Alle drei Ladendiebe werden nun dem Haftrichter vorgeführt.

Am spektakulärsten waren die Einsätze der Polizei im Rahmen einer Großaktion mit Unterstützung durch Spezialkräfte, bei der am Samstag fünf Männer wegen des Verdachts des Drogen- und Waffenhandels festgenommen wurden (wir berichteten). Gegen drei sind vorliegende Haftbefehle vollstreckt worden, gegen die anderen beiden wurde inzwischen Haftbefehl erlassen Die Männer im Alter von 26, 29, 33, 47 und 52 Jahren sollen in größerem Stil Waffen- und Drogen verkauft haben. Rund 100 Polizisten waren im Einsatz, um in Duisburg, Kleve und Uedem 14 Wohnungen zu durchsuchen. Einen der Täter stellte die Polizei auf der Emmericher Rheinbrücke, ein zweiter ging ihr in Uedem ins Netz. Die weiteren fasste sie Duisburg.

Bei der Durchsuchung der Wohnungen fanden die Beamten mehr als 100 Schuss Munition, scharfe Schusswaffen, Marihuana, Kokain und rund 80.000 Euro Bargeld, das vermutlich aus den illegalen Geschäften stammt, die den fünf Festgenommen zur Last gelegt werden.

Nach dem arbeitsreichen Wochenende hatten die Duisburger Polizeibeamten wenig Zeit, Luft zu holen, denn gestern durften sie wieder einmal anrücken, um sich zwischen die Pegida-Anhänger und die Gegendemonstranten zu stellen, die seit fast einem Jahr regelmäßig vor dem Hauptbahnhof demonstrieren.

Quelle: RP
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