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Unsere Woche
Wohnen neben Sportplatz

Duisburg. Fragen Sie nicht, wie oft ich in dieser nass-kalten Woche von Glühwein-Fans angesprochen wurde, ob der Weihnachtsmarkt auf der Königstraße schon eröffnet hat. Nein! Hat er nicht! Erst am kommenden Donnerstag wird der Budenzauber offiziell gestartet, der dann bis ins neue Jahr dauert. Gehen wir mal davon aus, dass es noch eine Weile so kühl wie in den vergangenen Tagen bleibt und der heiße Wein dann besonders gut schmeckt. Wahrscheinlicher ist auf Grund unserer Wetterfahrungen allerdings, dass wir uns bei frühlingshaften Temperaturen rund um die Feiertage fragen werden, ob wir uns auf der Kö besser zum Eisessen als zum Punsch-Trinken treffen sollten.

Solchen Gedanken wird Duisburgs GEBAG-Chef Bernd Wortmeyer eher nicht nachgehen. Dazu wird er kaum Zeit haben, sind doch bei ihm inzwischen die wichtigsten Stadtentwicklungsprojekte angesiedelt. Ganz schön viel hat er sich an die Beine binden lassen. Vor allem mit Wedau verknüpft die Stadtspitze große Hoffnungen, soll doch hier schon in ein paar Jahren jene Klientel wohnen, an der es Duisburg arg mangelt: Besserverdienende. Die Nachricht, dass der dort ansässige Sportverein auf seinem Gelände nun doch bleiben wird, kam in dieser Woche überraschend. Ein Umzug wäre zu teuer geworden, hatte Wortmeyer argumentiert. Besser wäre der gewesen. Aus der Vergangenheit wissen wir, dass solche "Gemengelagen" immer wieder Anlass zu Streit bieten. Wer ein Häuschen kauft, der will im Sommer auf der Terrasse seine Ruhe haben und hat oft wenig Verständnis dafür, wenn vom Sportplatz nebenan Lärm herüberschallt, auch wenn der schon vorher da war. Mit einem Umzug wäre dieser Konflikt vermieden worden.

Gut ist allerdings, dass in die Entwicklung Wedaus immer mehr Schwung kommt. Die heutigen Bewohner des Stadtteils und die des benachbarten Bissingheims warten sehnsüchtig darauf, dass mit diesem Projekt sich auch die Nahversorgung verbessert. Und wer am See entlang spazieren geht, wird es mit Sicherheit begrüßen, dass mit der Wohnbebauung der so genannte "Asi-Strand" verschwindet, jener Teil am Seeufer, an dem sich im Sommer ein Völkchen niederlässt, das gerne ausgiebig feiert und seinen Müll zurücklässt. Wenn diese Gruppen vom See vertrieben werden, wird ihnen mit Sicherheit keiner eine Träne hinterher weinen.

hildegard.chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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