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Duisburg
Wohntürme im Nordpark

Duisburg. Studenten der Universität der Künste Berlin gewinnen den Max-Taut-Architekturpreis mit einer "Vision" für den Landschaftspark. Die spektakuläre Idee: Türme für Privatwohnungen und ein großes Event-Hotel. Von Peter Klucken

Nicht zuletzt die Bilder des illuminierten Landschaftsparks Duisburg-Nord veranlassten zwei Berliner Architekturstudenten, sich auf der einstigen Industriebrache umzuschauen. Carl Christian Wentzel und seine Kommilitonin Alexandra Hahn, die bei dem international bekannten Architekten Prof. Günther Zamp-Kelp studierten, waren, wie Wentzel jetzt im RP-Gespräch sagte, "fasziniert" von der Kulisse. Und zugleich hatten sie ihr Thema für die Diplomarbeit: eine architektonische "Vision für den Landschaftspark Duisburg-Nord".

Diese Abschlussarbeit bekam nicht nur die Bestnote 1,0; die beiden Jungarchitekten wurden auch mit dem Max-Taut-Preis für die beste Abschlussarbeit des Jahres an der Universität der Künste ausgezeichnet. Christian Wentzel stellte uns jetzt seine "Vision für den Landschaftspark" vor.

Grundidee sei, die einzigartige Industriestruktur zu erhalten, sie aber durch neue "Funktionen" zu ergänzen. Das durch die Internationale Bauausstellung Emscherpark als Wert erkannte Areal solle nicht beeinträchtigt werden. Deshalb möchte Wentzel die Kraftzentrale, die Kathedral-artige Gebläsehalle und die Gießhalle, in der das beliebte Open-Air-Kino des Filmforums stattfindet, auch unangetastet lassen.

Das Augenmerk der Studenten fiel auf die dahinter liegende riesige "Möllerhalle", das ist ein nach oben geöffneter "Lagerungsbunker", wo früher Rohmaterial (Erze, Kohle) aufbewahrt wurde. Hinzu kommt noch die Wagenhalle am Kopfende der Anlage, die ebenfalls in den architektonischen Entwurf einbezogen wird. Wichtig ist, dass die nötigen Abrissarbeiten vergleichsweise gering sind, da das riesige Areal kaum feste Dächer hat.

Der preisgekrönte Entwurf sieht vor, in diese Lagerstätten verschieden große Wohntürme zu bauen. Zum einen sollen diese 20 bis 50 Meter hohen Bauten ein Event-Hotel mit etwa 260 Zimmern beherbergen; zum anderen sollen auch 35 Privatwohnungen errichtet werden: vom Einzimmerappartement bis zur Familienwohnung.

Hinzu kommen Sport- und Wellnessbereiche für Hotelgäste und Wohnungsinhaber. Eine architektonische Pointe ist, dass die alten "Möllerwagentunnel" als Transportwege genutzt werden. Fußgänger gelangen über Laufbänder wie im Flughafen – auf dem selben Weg wie früher die Erzkarren – ins Hotel beziehungsweise in eine Wohnung . Man erlebt, so Christian Wentzel, "die ganze Anatomie der ehemaligen Anlage".

Wentzel ist von der Idee, den Landschaftspark nicht nur für Konzerte und andere einmalige Ereignisse zu nutzen, begeistert. Es sei überaus reizvoll, in einer Umgebung zu leben, in der man einerseits auf die (nicht mehr schmutzende) Industriekulisse blicken kann, und dann, wenn man den Blick wendet, in einen grünen Park mit einem riesigen Windrad als Markenzeichen....

Quelle: RP
 
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