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Duisburg
Zahl der Martinsumzüge bleibt konstant

Das sind die Martinszüge in Duisburg 2016
Das sind die Martinszüge in Duisburg 2016 FOTO: andreas probst
Duisburg. Anders als in den Nachbarstädten gibt es in Duisburg keine Probleme mit Anmeldung und Teilnehmerzahlen. Dennoch schwindet die Bekanntheit der Sankt-Martins-Tradition. Von Franziska Hein und Julia Zuew

Wenn die Tage kürzer und die Nächte länger werden, ist es wieder Zeit für das Lichterfest Sankt Martin. Schulen und Kindergärten veranstalten im Andenken an den Heiligen Martin Laternenumzüge. Sie tun viel dafür, dass das Martins-Brauchtum erhalten bleibt. Anders als in den Nachbarstädten ist die Zahl der Umzüge und auch die Zahl der Teilnehmer in den vergangenen Jahren konstant geblieben. In Krefeld sind in diesem Jahr rund 80 Martinszüge angemeldet worden, vor zwei Jahren waren es noch 95. Außerdem hat die Stadt Krefeld das Anmeldeverfahren geändert und begleitet nun nicht mehr jeden Umzug mit Beamten. Die Ankündigung von NRW-Innenminister Ralf Jäger, dass Martinszüge künftig nicht mehr von der Polizei gesichert werden, hatte im vergangenen Jahr schon für einige Irritationen gesorgt.

Doch in dieser Hinsicht sind die Zustände in Duisburg geradezu vorbildlich. Sowohl bei der Stadt als auch bei der Polizei versichert man, alles bleibe beim Alten. Der Personalaufwand stelle keine Überbelastung dar, teilte ein Polizeisprecher mit. "Meistens geht es um den Verkehr und bei diesen Veranstaltungen können wir gut vorausplanen."

Noch wird jedes Jahr in der Innenstadt ein Martinsfeuer entfacht. Es ist traditionell Höhepunkt und Ende des Martinsumzuges. Danach treffen sich die Familien zum Weckenessen und Kakaotrinken. FOTO: Andreas Probst

Auch bei der Stadt will man von Problemen nichts wissen. Im Gegenteil - bis auf ein paar Ausnahmen finden wieder überall Martinsumzüge statt, hieß es. 74 Züge sind im gesamten Stadtgebiet angemeldet. Die Grundschulen organisieren teilweise gemeinsam mit den Kindertagesstätten die Umzüge. Auch von dieser Seite gibt es keine Klagen. "Alles läuft wie immer", lassen etwa die Grundschule Krefelder Straße in Hochemmerich und die an der Van-Gogh-Straße in Trompet wissen. Das gleiche Ergebnis ergeben Anfragen bei Schulen in der Stadtmitte und im Süden.

Trotzdem gibt das Resümee nicht nur Anlass zur Freude. Denn die katholische Martinstradition wird vielerorts von heidnischen bzw. altdeutschen Bräuchen wie Halloween verdrängt. Oft ziehen die Kinder nun am 31. Oktober abends durch die Straßen. Der Spruch "Süßes sonst gibt's Saures" hat das Martinssingen - im Rheinischen oft "Schnörzen" genannt - abgelöst, wenn Kinder von Haus zu Haus ziehen und Liedverse gegen Süßes tauschen.

Der Legende nach hat Sankt Martin seinen Soldatenmantel mit einem armen Bettler geteilt. Diese Geschichte ist Gegenstand des alten Liedes "Sankt Martin". Auch die Martinsgans geht auf eine Legende um den dritten Bischof von Tours zurück, der sich in einem Gänsestall versteckte, um der Bischofsernennung zu entgehen. Denn er wollte lieber in seinem Kloster bleiben. Doch die Gänse verrieten den Heiligen Martin durch lautes Geschnatter.

Eine RP-Umfrage auf der Königsstraße in der Duisburger Innenstadt (s. unten) zeigt, dass die alten Martinslieder in Vergessenheit geraten. An "Ich geh' mit meiner Laterne" oder "Sankt Martin" können sich immerhin einige der Befragten noch erinnern. Meistens kennen sie die Lieder aus der eigenen Schulzeit. "Durch die Straßen auf und nieder" oder die rheinische Volksweise "De helleje Zinte Märtes" kennt hingegen fast niemand mehr. Und manch einer kann überhaupt nichts mit dem Namen des Heiligen Martin anfangen.

Quelle: RP
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