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Duisburg
Zehn Jahre akribische Arbeit

Duisburg. Die Ahnenforscher des Freundeskreises Lebendige Grafschaft haben Wort für Wort die Kirchenbücher der evangelischen Dorfkirche zu Friemersheim abgeschrieben. 4400 Seiten haben sie bearbeitet. Von Daniel Cnotka

Es ist geschafft! Zehn Jahre dauerte es für die Ahnenforscher des Freundeskreises Lebendige Grafschaft, Wort für Wort die Kirchenbücher der evangelischen Dorfkirche zu Friemersheim abzuschreiben. Die Ereignisse der Friemersheimer Kirchengemeinde, wie Geburten, Taufen, Hochzeiten, Sterbefälle und Beerdigungen, wurden in Kirchenbüchern festgehalten. Erhalten blieben jene Bücher seit dem Jahr 1641. Erfasst wurden die bis 1981 gefundenen Daten und akribisch in den Computer übertragen.

Die Vorbereitung und Durchführung dieses Projektes gestaltete sich schwierig. Das Problem: Die Kirchenbücher sind wegen der "alten" deutschen Schrift sehr schlecht lesbar. Die Pfarrer schrieben mit einem Gänsekiel bei Kerzenlicht in unterschiedlichen Schriften und verwendeten Abkürzungen, deren Sinn heute nur schwer erschließbar ist.

Schwierigkeiten machten auch die niederrheinischen Vornamen (Beatrix = Baitze, Elisabeth = Setta, Matthias = Dheviß, Catharina = Trinken). Dann kamen 1796 die Franzosen, und aus Angelika wurde Angelique und aus Stefan wurde Etienne. Und einen anderen Kalender, den Revolutionskalender, gab es auch.

Die Arbeitsgruppe Ahnenforschung arbeitete daher in zwei Stufen und stets nach dem "Mehrere-Augen-Prinzip": Der erste Schritt war das Transkribieren, also die "Übersetzung" der Handschrift in eine lesbare Schrift. Dabei wurden alle Besonderheiten der Texte, wie zum Beispiel die Schreibweise der Namen und Ortsbezeichnungen, beibehalten. Diese Abschrift wurde vom zweiten und manches Mal vom dritten Mann gegengelesen und korrigiert.

Im zweiten Schritt wurden diese Abschriften dann von einer weiteren Kuppe mittels eines Verkartungsprogramms in einen Computer eingegeben. Die folgenden statistischen Angaben mögen eine Vorstellung über die ehrenamtlich geleistete Arbeit geben: 32 Kirchenbücher mit etwa 4400 Seiten wurden bearbeitet. 2600 Seiten fotografierten die Mitglieder ab. Daraus ergaben sich 120 000 Personeneintragungen. Der älteste Kirchenbucheintrag ist 373 Jahre alt.

Die Ahnenforscher arbeiten weiter. Da sich Klaus Sefzig mit 80 Jahren zurückzieht, wird Brigitte Baß ab 1. Januar die Gruppe leiten.

Quelle: RP
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