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Duisburg
Zehn Jahre Trepper und der Steinhof

Duisburg. Beim "Steinhof-Special" spricht der Comedian über seine Kindheit in der Rheinhauser Mozartstraße. Von Volker Poley

Manchmal gibt es Jubiläen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. So feierte der deutsche Handballsport am Wochenende seinen 100. Geburtstag und der Duisburger Comedian Wolfgang Trepper seine mittlerweile zehnjährige Zusammenarbeit mit dem Huckinger Steinhof.

Trepper hat schon eine intensive Beziehung zum Handball. Zu Bundesligazeiten des OSC Rheinhausen war er dort hauptberuflich als Manager tätig, bevor er nach einigen Jahren beim Lokalsender Radio Duisburg seine Karriere als erfolgreicher Comedian startete. Aber gerade sein Lieblingssport sorgte für eine längere Auszeit in diesem Jahr. Im August - ausgerechnet am 13.!! - nahm Wolfgang Trepper in Köln an einem Handball-Prominenten-Spiel, dem "Duell der Giganten" teil. Das Ergebnis war ein Achillessehnenriss, an dessen Auswirkungen der Rheinhauser bis heute zu knacken hat.

Der Auftritt am Sonntag im Steinhof war der erste nach der Zwangspause. "Ich bin hier gegen den Rat meines Arztes", so der jetzt in Hamburg lebende Künstler, der bekannte, an dem Promi-Spiel aber auch "gegen den Rat meines Managers" teilgenommen zu haben.

Die Jubiläumsshow in seiner Heimatstadt wollte er trotz noch vorhandener Einschränkungen unbedingt durchziehen. So enterte Trepper zwar immer noch gehandicapt - mit Gehhilfe -, aber dennoch gut gelaunt die Bühne im ausverkauften Steinhof.

Unter dem Titel "Best of Trepper in 10 Jahren Steinhof" bot er auch nach seiner dreimonatigen Zwangspause beste Unterhaltung. Natürlich frotzelte der Kabarettist in bekannter Weise wieder mit seinem Publikum. "Wenig Düsseldorfer hier", stellte er dabei zu Beginn fest, um süffisant nachzuschieben: "Die sind bestimmt alle auf einer Vernissage." Dass Trepper nicht nur ein Comedy- Ass ist, sondern auch satirisch die aktuelle Politik im Blickfeld hat, bewies er am Sonntagabend mehrfach. Zum Thema Donald Trump fiel ihm ein: "Im Vergleich zu ihm kommt einem Ex-US-Präsident George W. Bush geradezu wie ein Staatsmann von Weltniveau vor." Den Rechtsruck im Deutschen Parlament nach der letzten Wahl kommentierte Trepper drastisch: "Unglaublich, da sitzt mit der AFD jetzt ein saublödes braunes Pack im Bundestag." Vor einer Klage hat er keine Angst: "Da warte ich nur drauf. Dann müssten die das Gegenteil beweisen, und das können die gar nicht."

Dass der Ex-Radio-Mann aber nicht nur in seiner bekannten Art lautstark durch den Abend poltert, sondern auch "ganz leise" kann, wurde bei seinem "Steinhof- Special" ebenfalls deutlich. Da wird es im Saal ganz ruhig, wenn Trepper über seine Familie und seine Kindheit in der Rheinhauser Mozartstrasse spricht. "Der Rhythmus der Straße war vom Schichtwechsel geprägt, wir wohnten nicht weit weg von Krupp."

Der gebürtige Rheinhauser zitierte auch sein großes Vorbild Hans-Dieter Hüsch. Das Gedicht "Das Phänomen" hat er dabei ganz bewusst ausgewählt. Da klagt Hüsch an, wie Kindern verboten wird, mit anderen Kindern zu spielen, nur weil sie "als Fremde" nicht ins biedere Weltbild der Eltern passen. "Das Gedicht ist leider wieder ganz aktuell", so Wolfgang Trepper.

Das Publikum ließ den sportgeschädigten Kabarettisten natürlich nicht ohne seine Persiflagen auf die früheren Stars des deutschen Schlagers von der Bühne. Treppers Zerpflücken des Heino-Klassikers "Blau blüht der Enzian" ist immer noch genial und sorgt auch in der Wiederholung für Lachtränen beim Publikum. Böse sind ihm die meisten Künstler nicht, manch einer ließe sich seine Texte sogar gerne von dem Comedian "analysieren". So auch Jürgen Drews, der Trepper einmal fragte: "Ich bin bei dir noch nie drangekommen, hast du eigentlich was gegen mich?"

Comedian Wolfgang Trepper hat seinen nächsten Auftritt in seiner Heimatstadt Duisburg am Freitag, 10. November 2017, bei der "Comedy Night" der Spielbank im Theater am Marientor.

Quelle: RP
 
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